135
ihm keinen Schaden that. Bald schoß auch Don Camillo's Dieneraus der Reihe hervor, und man sah ihn weiter zur Rechten, aberein wenig hinter Bartolomeo, seine Arme kräftig rühren. In derMitte des Kanals, und möglichst dicht hinter dem Schiffer vom Fest-lande, folgte ein geschlossener Haufe ohne viel Ordnung und mit wech-selndem Vortheil, in welchem einer den andern zum Ausweichenzwang, oder auf andereWeise die Schwierigkeit der Fahrt vermehrte.Weiter zur Linken und den Häusern so nah, daß er nur eben Raumgenug für die Bewegung seines Ruders hatte, fuhr der maskirtc Mit-kämpfer, dessen Eile durch eine verborgene Ursache gehemmt schien,denn er blieb hinter allen Anderen zurück, und endlich war eine Ent-fernung von einigen Bootslängen zwischen ihm und den ungenanntenMitkämpfern. Doch bewegte er seine Arme mit Ausdauer und mithinlänglicher Geschicklichkeit. Da sein gehcimnißvolles Auftretenihm Theilnahme erweckt hatte, so lief ein Gerücht den Kanal ent-lang , daß der junge Kavalier in der Wahl des Bootes unglücklichgewesen sei. Andere, die tiefer aus Gründe eingingen, flüstertenvon der Tollheit, sich als Adeliger der Kränkung ausznsetzcn durcheine Concnrrenz mit solchen Leuten, welche ihre Sehnen in täglicherArbeit gehärtet haben, und welche durch Ucbung im Stande sind,jeden Vortheil der Fahrt recht und schnell zu benutzen. Wannaber die Augen der Zuschauer von dem Haufen der vorbeieilcndenBöte sich der einsamen Barke des Fischers zuwendeten, welcheallein hinten nachkam, so verwandelte sich die Verwunderung wie-der in Spott.
Antonio hatte die Mütze, welche er gewöhnlich trug, abgeworfen,und sein spärliches Haar einzeln und dünn um die Schläfen flat-ternd, ließ sein schwarzbraunes Gesicht ganz offen. Mehr als ein-mal wendeten sich, indem die Gondel vorüberging, seine Augenmit einem Blicke des Vorwurfs zur Seite, als fühlte er rechtdurchdringend die Stacheln so vieler frecher Zungen gegen seinGefühl gerichtet, das durch Lebensgewohnheit und Stand zwar ab-