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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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ein Zeichen; ein ähnliches erschien alsbald ans dem Kanipanile, undvom Arsenale ward eine Kanone gelöst. Ein dumpfes, unterdrück-tes Murmeln erhob sich unter der Menge, und eine erwartungsvollePause folgte.

Jeder Gondelier hatte die Seite seines Bootes ein wenig demlinken Ufer des Kanales zugcwendet, wie der Jockei zu thuu pflegtmit seinem Renner, um dessen Feuer zurückzuhalten oder seine Auf-merksamkeit zu zerstreuen. Aber der erste lange und breite Schwungdes Ruders brachte sie alle wieder in eine Linie, und in einem Zugeflogen sie dahin.

Während der ersten paar Minuten war in der Geschwindigkeitder Gondeln kein Unterschied, und der Kundige konnte aus keinerleiWahrzeichen auf den muthmaßlichen Erfolg schließen. Die zehn,welche die Vorderreihe bildeten, durchstrichcn die Flut mit gleich-förmiger Schnelligkeit einer neben dein anderen, als hielte sic einegeheime Kraft zusammen, während die anspruchlose, aber ebenfallsleichte Barke des Fischers im Nachzugc blieb. Bald gewann einJeder Gewalt über sein Fahrzeug. Die Ruder bewegten sich imrichtigsten Gleichgewicht und weitesten Schwünge, und die Handge-lenke ihrer Führer wurden geschmeidig. Nun begann die Linie zuschwanken. Sie wallte hin und her, indem ein flimmerndes Schiffs-vorderthcil dem andern zuvorstrcbte; da gewann das Ganze eineandere Gestalt. Enrico von Fusina war der vorderste, und nachdem Vorrecht dieses Gewinns trieb er unmerklich der Mitte desKanalcs zu, und vermied durch diesen Wechsel die Kreiswellen undsonstigen Hindernisse des Ufers.

Dich Manöver, in der Kunstsprache dasGewinnen des Gleises,"brachte ihm außerdem den Vortheil, daß die von seiner Gondelznrückgeworfenen Wellen seinen Hintermann ein wenig hinderten.Zunächst kam der starke und gewandte Bartolomeo vom Lido, wieihn seine Kameraden nannten, und schlug eine solche Bahn hinterseinem Vordermanne ein, daß die Rückwirkung von dessen Ruder