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Neides Werth ist das Volk, in dessen Rathsversammlungen Weisheitund Milde den Vorfitz führen, wie liebenswürdige freundlicheSchwestern. Auf wen verlassest du dich?"
„Auf meinen eigenen Arm!"
„Ha, das ist gottlos! Ein Uebcrmüthiger soll nicht das Vor-recht dieser Spiele genießen."
Ein allgemeines Murren, wie es bei plötzlicher und heftigerAufregung der Menge sich zu erheben pflegt, folgte der schnellenAcnßerung des Heroldes.
„Die Kinder des Staates," bemerkte der ehrwürdige Fürst,„stehen alle unter einer unparteiischen Behörde. Das ist unser ge-rechter Stolz, und verhüte Sanct Marcus, daß dabei etwas eitlerPrahlerei ähnliches geäußert würde! Wir rühmen uns billigerweisedessen, daß wir keinen Unterschied machen zwischen unfern Bürgernvon den Inseln und Denen von der dalmatischen Küste, zwischenPadia und Candia, Corsu und St. Giorgia. Doch das ist keinemvergönnt, die Anrufung der Heiligen abzulehnen."
„Nenne deinen Patron oder verlass' diesen Ort," fuhr der ge-horsame Herold fort.
Der Fremde schwieg einen Augenblick, als lese er in seinemInnersten, und erwiederte dann: „St. Johannes von der Wüste."
„Du nennsteinen Namen von gesegnetem Andenken."
„Ich nenne Einen, der sich vielleicht über mich erbarmt indieser belebten Wildniß."
„Du mußt die Stimmung deines Gemüths am besten selbstkennen, aber diese ehrwürdige Versammlung von Patriziern, dieserglänzende Kreis von Schönheiten, und dieß stattliche Volk heischeneine bessere Bezeichnung. Nimm deinen Platz ein!"
Während der Herold noch drei oder vier andere Gondeliere,die in Privatdiensten standen, als Teilnehmer vermerkte, lief einGemurmel durch die Haufen der Zuschauer, welches den Antheilund die Neugier verkündete, die durch das Auftreten und die Ant-