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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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mächtigen Staates ist, dir zu bleiben erlaubt, indeß ist dir uochimmer der Rath ertheilt, zurückzustehen."

So will ich denn versuchen, was dieser nackte Arm noch ver-mag," sagte Antonio, und warf einen traurigen Blick aus seinendürftigen Anzug, einen Blick, der nicht frei war von der tief ver-steckten Eitelkeit des menschlichen Herzens.Meine Gliedmaßensind voll Narben, aber die Türken haben ihnen vielleicht doch nochKraft genug gelassen zu dem wenigen, was ich begehre."

Auf wen setzest du dein Vertrauen?"

Auf den gelobten St. Antonius vom wunderbaren Fischzug."

So nimm deinen Platz! Ha, hier kommt Jemand, Vernichtgekannt sein will. Heda, wer erscheint mit einem solchen falschenGesicht?"

Nenn' mich Maske!"

Ein so tüchtiger Schenkel und kräftiger Arm brauchen ihrBrüderchen Gesicht nicht zu verstecken. Ist cs Ew. Hoheit Wille,daß ein verkleideter Mann am Spiele Thcil nehme?"

Ohne Zweifel. Eine Maske ist geheiligt in Venedig. Es istder Ruhm unserer vortrefflichen und weisen Gesetze, daß sie einemJeden, der seine eigenen Gedanken will für sich haben, oder der dieZüge seines Gesichtes vor der Neugier bergen will, verstatten, unsereStraßen und Kanäle zu durchziehen, so sicher, als wäre er in seinemeigenen Hause. Dieß sind die heiligen Vorrechte der Freiheit, unddas will es sagen, ein Bürger zu sein in einer hochherzigen, edelge-sinnten, freien Republik."

Tausende verneigten sich diesem Ausspruche beifällig, und esverbreitete sich von Mund zu Mund das Gerücht, ein junger Ad-liger sei im Begriffe, seine Tüchtigkeit in der Regatta zu versuchen,zur Ehre einer eigensinnigen Schönen.

Das ist Gerechtigkeit!" rief der Herold mit lauter Stimme,als bezwange in dem Feuer des Augenblicks die Bewunderung selbstseine Ehrerbietung.Glücklich, wer in Venedig geboren ist; des