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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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sechzig Sommer, seitdem ich zum ersten Male Netz oder Schnur indas Wasser wars."

Du bist auch nicht so gekleidet, wie sich's bei einer Regatta vordem Adel Venedigs geziemt."

So gut als ich's habe. Mögen Die, welche den Edlen mehrEhre machen wollen, sich besser kleiden."

Deine Glieder sind unverhüllt, deine Brnst entblößt, deineSehnen sind schwach. Geh'! du hast es übel bedacht, daß dukommst, das Vergnügen der Edlen so leichtsinnig zu stören."

Antonio würde auch nach dieser Rede vor den zahllosen Augen,welche aus ihn sahen, zurückgcwichen sein, wäre ihm die sanfteStimme des Dogen nicht abermals zu Hilfe gekommen.

Der Kampf steht Allen offen," sagte der Fürst.Doch würdeich dem armen, alten Manne empfehlen, Rath anzunehmen. Mangebe ihm Geld, denn gewiß treibt die Noth ihn zu diesem hoff-nungslosen Versuch."

Du hörst es, Almosen wird dir geboten. Mache nur DenenPlatz, die zum Spiele tüchtiger und besser angethan sind."

Ich will gehorchen, denn es ist das Loos eines in Armuth ge-bornen und an Armuth gewöhnten Mannes. Der Kampf, sagtensie, stehe Allen offen, und ich bitte die Edlen um Verzeihung, weilich nicht gemeint habe, ihnen Unehre zu machen."

Gerechtigkeit im Palaste und Gerechtigkeit auf den Kanälen,"fiel der Fürst hastig ein.Wenn er darauf besteht, so hat er einRecht dazu. Es ist der Stolz der Republik, daß sic die Wage imGleichgewicht erhält."

Ein Murmeln des Beifalls folgte dieser Prunkenden Rede;denn die Mächtigen maßen sich niemals einen Schein von Gerech-tigkeit an, wie beschränkt sie dieselbe auch ausübcn mögen, ohnedaß ihre Rede ein Echo in den Zungen aller Selbstsüchtigen fände.

Du hörst, daß Se. Hoheit, dessen Stimme die Stimme eines