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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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lung auf den Glanz der Nation wurde mit schallenden Beifallsbe-zeigungen ausgenommen, und ein lautes, oft wiederholtes Bravobelohnte die Söldlinge der Polizei gerade dann am häufigsten,wenn sie der Selbsttäuschung und Eitelkeit ihrer Zuhörer am bestenfröhnten.

Inzwischen begannen reich verzierte und vergoldete Gondeln,in denen Frauen von berühmter Anmuth und Schönheit saßen, zuHunderten sich im Hafen zu versammeln. Die Schiffe kamen sämmt-lich in Bewegung, und eine breit e Straße ward eröffnet vom Quai,am Ende der Piazetta, bis zu dem entfernten Damm, welcher denFluten des adriatischen Meeres wehrt. In der Nähe dieser Wasser-straße sammelten sich schnell Böte von allen Formen und Größen,die mit Neugierigen und Zuschauern angesüllt waren.

So wie der Tag zunahm, vergrößerte sich die Volksmenge; dieweiten Ebenen Padua's schienen alle ihre Bewohner herzugeben, umdie Zahl der Fröhlichen zu vermehren. Einzelne Masken zeigten sichim Gedränge schüchtern und unentschlossen; cs waren solche, dieaus der Zurückgezogenheit und Eintönigkeit ihres Klosterlebens, durchdas Maskenrecht der Venetianer begünstigt, sich unter die vergnügteMenge stahlen. Dann kamen die reichen Fahrzeuge der fremdenGesandten, und dann unter dem Klang der Klarinetten und demGeschrei des Volkes ruderte der Bucentaur aus dem Kanal desZeughauses hervor, und schwebte seinem Standorte am Quai desMarcusplatzes zu.

Nach diesen Präliminarien, welche einige Stunden währten,sah man die Pikenträger und andere Dienstleute des Staatsober-haupts eine Gasse im Gedränge eröffnen. Darauf verkündigten dieHarmonien vieler Instrumente die Ankunft des Dogen.

Wir wollen den Lauf der Erzählung nicht stören durch dieBeschreibung alles Glanzes, durch welchen eine prachtliebende, reicheAristokratie, die den vertraulicheren Verkehr mit ihren Unterthancngewöhnlich vermied, an einem allgemeinen Freudentage ihre ganze