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digs. Die Sonne stand noch nicht hoch über dem Horizont desLido, als Hörner und Trompeten vom Marcusplatze ertönten. Wieein starkes Echo antworteten andere vom Arsenal. Tausend Gondelnglitten aus den Kanälen hervor, und durchkreuzten in allen Rich-tungen den Hafen, die Giudecca und die verschiedenen Außen-Kanäle, während die wohlbekannten Fahrwege von Fufina und denbenachbarten Inseln mit endlosen Reihen von Böten betuppt waren,welche der Hauptstadt zucilteu.
Die Bürger fingen früher an sich zu versammeln in ihren:Sonntags-Putz, und zahllose Contadini landeten an den verschiedenenBrücken in der muntern Tracht des Festlandes. Der Tag war nochnicht weit vorgerückt, als alle Zugänge zum Marcusplatz wieder vollGedränge waren, und während das Glockengeläute der ehrwürdigenKathedrale freudige Klänge erschallen ließ, wimmelte der Platz wie-der mit seiner frohen Menge. Wenige kamen in Masken; in jedemAuge aber blitzte die Lust, während das Antlitz frei und unverhülltgern dem Anblick und der Mitwonne der Nachbarn sich hingab.Kurz, man sah Venedig und sein Volk in aller Heiterkeit und Sorg-losigkeit eines italienischen Lieblingsfestes. Die Fahnen bezwungenerNationen falteten schwer aus den Siegesbäumen; von jedem Kirch-thurm schwebte das Bild des Flügellöwcn herab, und jeder Palastschmückte seine Fenster und Balkone reich mit Tapeten und Seidcn-gchängen. Mitten aus diesem erheiternden und glänzenden Schau-spiel erhob sich das Geräusch unzähliger Stimmen. Das beständigeGesumme derselben übertönte von Zeit zu Zeit Trompeten-Geschmetter und reiche Symphonien. Hier, am Fuße der Bäume,welche die von Candia, Greta und Morea erbeuteten Fahnen trugen,erzählte der Improvisator, den die versteckte Politik der Regierungheimlich dafür bezahlte, mit hinreißender Beredsamkeit und in einerfür die Menge passenden Sprache, die alten Siege der Republik;dort pries ein Balladensänger dem begierigen Haufen den Ruhmund die Gerechtigkeit des heiligen Marcus. Jede glückliche Anspie-