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Herrlichkeit dem Volke darzulegen suchte. Lange Reihen Senatorenin ihren Amtskleidcrn, von großem Dienertroß begleitet, zogen un-ter den Galerien des Palastes hervor, und stiegen die Riesentreppehinab, in den düsteren Hofraum. Von dort begaben sie sich sämmt-lich in guter Ordnung in die Piazetta, und nahmen alsdann aufdem reich überdachten Verdeck des wohlbekannten Fahrzeuges ihreverschiedenen Plätze ein. Jeder Patricier hatte seinen bestimmtenOrt, und ehe noch der Nachzug des Prunkgefolges den Quai ver-lassen hatte, saßen die gesetzgebenden Männer in langer, Ehrfurchtgebietender Reihe ernst und nach ihrem Range geordnet. Die Ge-sandten, die hohen Würdenträger des Staats, und der Greis, wel-cher gewählt war, die leeren Auszeichnungen der Souverainität aufsich zu nehmen, standen noch am Ufer und erwarteten mit ange-lernter Geduld den Augenblick der Einschiffung. Da drängte sichdurch die Wachen ein Mann mit gebräuntem Gesicht, mit bis an'sKnie nackten Beinen und offener Brust, und warf sich auf den Stei-nen des Quais dem Dogen zu Füßen.
„Gerechtigkeit! — großer Fürst!" schrie der kühne Fremde.„Gerechtigkeit und Gnade! Höre einen Unterthan, der für St.Marcus geblutet, und der seine Narben zu Zeugen hat."
„Gerechtigkeit und Gnade sind nicht immer Gefährten!" be-merkte ruhig der Mann, welcher die gehörnte Mütze trug, undbedeutete seinem Gefolge, den Eingcdrungcnen nicht zu verscheuchen.
„Mächtiger Fürst, ich komm', um Gnade zu bitten."
„Wer bist du und was treibst du?"
„EinFischer von den Lagunen, ich heiße Antonio, und bitte umFreiheit für die Stütze meines Alters — einen prächtigen Knaben,den die Politik des Staates mir gewaltsam entrissen hat."
„Das sollte nicht sein. Gewalt ist nicht eine Eigenschaft derGerechtigkeit — aber der junge Mensch hat wohl die Gesetze ver-letzt und büßt sein Verbrechen?"
„Seine Schuld, großer und erhabener Gebieter, ist Jugend,