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sprechen hast, und was hat sein Gewerbe als Gondelier mit einerdeiner Jugendbekanntschaften in Calabrien zu thun?"
„Es sind Sachen dabei, von denen ich nichts weiß. SeinHerr, und ich kann auch sagen, mein Herr, denn ich bin auf seinenGütern geboren, ist der junge Herzog von St. Agata — derselbe,welcher beim Senate Ansprüche macht auf die Reichthümer undEhrenstcllen des letzten Monforte, der im Rathe saß. Die Rechts-sache dauert schon lange, daß aus dem Burschen ein Gondelier ge-worden ist, denn er hat immer hin und her rudern müssen zwischendem Palast seines Herrn und den Palästen der Edlen, denen jenersein Anliegen vorzubringen hat — wenigstens erzählt Gino seineeigene Geschichte so."
„Ich kenne den Mann. Er trägt die Farben seines Herrn.Hat er Verstand?"
„Signor Roderigo, nicht Alle, die aus Calabrien kommen,können sich dieses Vorzugs rühmen. Wir sind nicht besser als unsereNachbarn, und in allen Gemeinden, wie in allen Familien, gibt esAusnahmen. Gino führt sein Ruder geschickt genug, und ist einso guter Junge, nach seiner Art, als noth ist. Aber ein bischen tie-fer zu sehen als blos obenauf, nun! wir müssen die Feinheit einerFcigenschnepfe nicht in einer Gans suchen. Die Könige können ausMenschen Adelige machen, darum bleiben sie aber doch so, wie dieNatur sie gemacht hat —- Gino ist ein Gondelier."
„Und geschickt in seinem Fach?"
„Von seinem Arm und Bein sag' ich nichts, die mögen beidegut genug an ihrem Flecke sein. Aber wenn es auf Kenntniß vonMenschen und Sachen ankommt — da ist der arme Gino blos einGondelier. Der Bursche ist außerordentlich gutmüthig und nichtfaul, einem Freunde zu dienen. Ich bin ihm gut, aber ich kanndoch nicht mehr von ihm sagen, als wahr ist."
„Gut, halt' deine Felucke in Bereitschaft, denn wir wissennicht, wie schnell sie gebraucht werden wird."