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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Ballast lagen, während Gino aus dem Marcnsplatz ein Geschäftfür seinen Herrn besorgte."

Was das für ein Geschäft war, hast du nicht erfahren, gu-ter Stefano?"

Was sollt' ich, Meister Roderigo; der Gondelicr gönnte sichkaum Zeit zum Gruß; aber Annina"

Annina?"

Ja wohl. Du kennst Annina, des alten Tommaso Tochter; sietanzte ja in derselben Reihe, in der ich deine Gestalt erblickte. Ichwürde nicht so von dem Mädchen sprechen, wenn ich nicht wüßte, daßdu selber der Letzte nicht bist, der unverzolltes Getränk annimmt."

'Was das betrifft, sei ohne Furcht. Ich habe dir geschworen,daß kein Gehcimniß dieser Art über meine Lippen kommen soll.Aber diese Annina ist eine lebendige und kühne Dirne."

Unter uns, Signore Roderigo. cs ist nicht leicht, zu sagen,wer im Solde des Senats steht, und wer nicht, hier in Venedig.Ich habe mir oft eingebildet, nach deinen Manieren und dem Tondeiner Stimme zu urtheilen, daß du der Galeeren-General selberunter Verkleidung seist."

Und das mit deiner Menschenkenntniß?"

Wenn der Glaube niemals gegen Zweifel zu kämpfen hätte,so gälte er für kein Verdienst mehr. Du bist noch nicht von einemTürken gehetzt worden, Meister Roderigo, sonst würdest du wissen,wie ein Mensch von der Hoffnung zur Angst, vom Großthun zumdemüthigen Stoßgebet überspringen kann. Ich habe einmal in derVerwirrung und dem Drange sausender Winde und pfeifender Ku-geln, wo ich nichts als Turbane vor Augen und Bastonade im Kopsehatte, den heiligen Stefano angeschrieen wie einen Hund, und demSchiffsvolke vorgewinselt wie eine junge Katze. 6oi';io äi Lsevo!Man braucht Erfahrung in diesen Dingen, Signor Roderigo, umseine eigenen Talente zu kennen."

Ich glaub's wohl. Aber wer ist der Gino, von dem du ge-