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„Du hättest noch hinzufügen können, und deine alte Brusthat Narben. Ehe du geboren warst, Jacopo, zog ich gegen dieTürken, und mein Blut ward für den Staat verschüttet wie Wasser.Aber das haben sie vergessen, und haben reiche Marmorsteine inden Kirchen aufgcrichtet, die Thatcn der Edlen zu rühmen, welchedoch ohne Wunde aus dem Kriege zurückkehrten."
„Ich habe auch meinen Vater davon erzählen hören," versetzteder Bravo düster und mit verändertem Tone der Stimme. „Aucher hat geblutet in jenem Kriege, aber es ist vergessen."
Der Fischer warf einen Blick umher, und da er mehrere Gruppenauf dem Platze ganz in seiner Nähe sich unterhalten sah, bedeuteteer seinem Gefährten, ihm zu folgen, und schritt den Quais zu.
„Dein Vater," sagte er, während sie langsam neben einandergingen, „war mein Kamerad und mein Freund. Ich bin alt, Jacopo,und arm-, meine Tage gehen hin mit Arbeit auf den Lagunen, undmeine Nächte mit Erholung und Stärkung für neues Tagwerk;aber bekümmert hat es mich, zu hören, daß der Sohn eines Man-nes, den ich lieb hatte, und mit dem ich so oft Gutes und Böses,Wohl und Weh getheilt habe, eine Lebensart ergriffen hat, wiedie ist, welche du dir erwählt haben sollst. Gold, das für Blutbezahlt wird, hat noch niemals, weder dem Geber noch dem Em-pfänger, Segen gebracht."
Der Bravo hörte schweigend zu, aber sein Gefährte, der ineinem anderen Augenblick, und weniger aufgeregt als eben jetzt, ihmausgewichen wäre wie der Pest, bemerkte, indem er ihm traurig in'sGesicht sah, daß sich dessen Muskeln leicht bewegten, und daß eineBlässe die Wangen überzog, welche das Mondlicht gespenstig machte.
„Deine Armuth hat dich zu schwerer Sünde verführt, Jacopo.Aber es ist nimmer zu spät, die Heiligen um Beistand anzurusenund das Stilett bei Seite zu legen! Es dient einem Manne inVenedig nicht zum Ruhm, dein Gefährte zu heißen, aber der Freunddeines Vaters wird Den nicht verlassen, der seine Sünden bereuet.