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mir wenig gelassen, das Werth für mich hätte. Das Leben, demsie Gefahr drohen, ist zu kurz, um sich darum zu grämen."
„Du solltest deinen Kummer klug mäßigen. Signor Gradcnigohat sich dir immer freundlich bewiesen, und deine Mutter, Hab' ichgehört, war seine Amme. Wende dich mit Bitten an ihn, aberhöre auf, den Zorn der Republik durch Klagen zu reizen."
Antonio lauschte seinem Gefährten mit Sehnsucht. Als er abergeendigt hatte, schüttelte er traurig das Haupt, als wollte er aus-drückcn, daß auch von jener Seite keine Hoffnung mehr für ihn sei.
„Ich habe ihm Alles gesagt, was ein Mann, der auf den La-gunen geboren und erzogen ist, zu sagen Worte hat. Er ist ein Se-nator, Jacopo! und hat keinen Sinn für Leiden, welche er nicht fühlt."
„Ist cs nicht unrecht, alter Mann, dem, welcher im Ueberflußgeboren ist, Hartherzigkeit vorznwcrfen, blos weil er das Elend nichtfühlt, welches auch du, wenn du könntest, gern von dir wiesest?Du hast deine Gondel und deine Netze, und bist gesund und geschicktin deinem Handwerk, und so bist du glücklicher als der, welcherauch das entbehrt. — Willst du etwa dein Gewerbe liegen lassenund deinen kleinen Vorrath mit dem Bettler von San Marco thei-len, damit euer Vermögen gleich sei?"
„Du magst recht haben in dem, was du über unsere Arbeit undunsere Hilfsmittel sagst, aber was unsere Kinder betrifft, da ist dieNatur dieselbige in Allen. Ich sehe nicht ein, warum des PatriciersSohn frei gehen soll, und der Sohn des Fischers bluten. Habendie Senatoren nicht Glücks genug an ihren Neichthümern und anihrer Hoheit, daß sie mir mein Kind rauben?"
„Du weißt, Antonio, daß der Staat bedient sein will, undwollten die Staatsdiener in den Palästen starke Matrosen für dieFlotte suchen, meinst du, sie möchten Leute finden, die dem geflü-gelten Löwen in der Stunde der Noth Ehre machen würden? Deinalter Arm ist mnskelfest, und dein Fuß wankt nicht auf dem Wasser,und sie suchen Solche, die, wie du, für Schifferarbeit erzogen sind."
Der Bravo. 7