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digen schien, behauptete er, da Gott absteigende Stufen vom Engelbis zum Menschen in seiner Schöpfung eingesetzt, so wäre es dasBeste, dem Beispiel zu folgen, welches die unendliche Weisheit gäbe.So richtig diese Grundlage seines Systems auch war, so lag dochin der Anwendung der große Jrrthmn, daß unter dem Titel derNachahmung die Ordnung der Natur verkehrt wurde.
Siebentes Kapitel.
Der Mond ging unter, und man sah nichts mehr,Als wo vor einem Mutter-GottesvildEin Lämpchen flimmerte.
Rogers.
Eben als die geheimen Audienzen im Palaste Gradenigo been-digt waren, verlor auch der St. Marcus-Platz zum Theil seine Le-bendigkeit. In den Kaffeehäusern saßen nur noch einzelne Gesell-schaften , welche Mittel und Lust hatten, kostbareren Vergnügungenzu fröhncn, als vorübergehendem Gespött und müssigem Gelächter,während die Nebligen, welche ihre Gedanken von dem Leichtsinn desAugenblickes den Sorgen des nächsten Tages zuwenden mußten,schaarenweise zu ihren bescheidenen Wohnungen und harten Lager-stätten zurückkehrten. Einer jedoch, von der letzteren Klasse, bliebzurück an der Stelle, wo die beiden Plätze zusammenstießen, bewe-gungslos, als wären seine nackten Füße mit dem Stein zusammen-gewachsen, auf welchem er stand. Es war Antonio.
Die Stellung des Fischers brachte seine muskulöse Gestalt undseine starren Züge ganz in die Beleuchtung des Mondes. Er hefteteseinen dunklen, kummervollen Blick fest auf die mildglänzcnde Scheibe,als wollte er in einer andern Welt den Frieden suchen, welchen erin dieser nicht gefunden hatte. Sein gebräuntes Gesicht trug denAusdruck des Leidens; es war aber das Leiden eines Mannes, dessen