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selbst genoß die Vortheile seiner bürgerlichen Verfassung im Ueber-siuß, und einerseits in den meisten Weltangelegenheiten bewandertund geübt, wurde er, in Hinsicht auf die politische Moral seinesLandes, von einer seltenen anschmiegenden Stumpfheit beherrscht.Als Senator stand er in einer Beziehung zum Staat, wie der Lei-ter eines Geld-Jnstitus zu seiner Körperschaft, ein Verwalter all-gemeiner Maßregeln ohne persönliche Verantwortlichkeit. Er konntemit Wärme, auch wohl mit Schärfe, über die Grundsätze des Re-gierens sprechen, und cs würde schwer sein, auch in dieser geldneh-menden Zeit einen eifrigeren Anhänger der Meinung zu finden, daßBesitzthum nicht eine untergeordnete, sondern eine Hauptangelegen-heit des gesitteten Lebens sei. Er konnte mit Fähigkeit über Cha-rakter , Ehre und Tugend, über Religion und persönliche Freiheitsprechen, aber wenn es galt, für diese Interessen zu handeln, sotrieb ihn die Richtung seines Geistes, sie alle mit einer weltlichenPolitik zu vermengen, die nicht mindere Schwerkraft hatte, als dieKörper im freien Falle. Als Venetianer war er der Herrschafteines Einzigen ebensosehr, als der Herrschaft Aller, entgegen. ImVerhältniß zur elfteren Staatsform war er wüthender Republika-ner ; in Beziehung auf die letztere, zu jener seltsamen Spitzfindig-keit geneigt, welche die Majoritäts-Verfassung eine Regierung vie-ler Tyrannen nennt; kurz, er war ein Aristokrat, und hatte geschickterund glücklicher als irgend Jemand sich selbst überredet, daß allejene Dogmen, nach welchen sein Stand der bevorrechtete war, aufdem Grunde der Wahrheit ruheten. Er war ein gewaltiger Ver-theidiger angestammter Rechte, denn ihr Besitz brachte ihm Vortheil.Er war überaus lebhaft gegen Neuerungen in Sitten und Gebräu-chen, und gegen Veränderungen in den geschichtlichen Verhältnissender Familien, denn an die Stelle seiner Liebe zu Grundsätzen tratBerechnung; und er unterließ nicht, gelegentlich zur Vertheidigungseiner Meinungen von den Schickungen der Vorsehung die Analogiezu entnehmen. Mit einer Philosophie, welche ihn selber zu befrie-