er nichts wüßte, zurückzugeben; da gerade entfuhr den Lippen SignorGradenigo's diese Aeußerung. Im Augenblicke waren die Augendes Juweliers mit einem Vergrößerungsglas bewaffnet, und dasPapier wieder bei der Lampe.
„Ich habe einen Karneol von geringem Werth, worein dasselbegeschnitten war, a» die Frau des kaiserlichen Gesandten verkauft;weil ich aber glaubte, daß sie ihn blos aus einer wunderlichen Grillenahm, so habe ich nicht die Vorsicht gebraucht, mir den Stein zumerken. Ein Herr in dem Hause des Legaten von Ravenna handeltemit mir auch um einen Amethist mit derselben Devise; ich habe aberauch bei dem nicht eben besondere Umständlichkeit für nöthig gehal-ten. Ha! da ist ein besonderes Kennzeichen, das wahrhaftig vonmeiner Hand zu sein scheint."
„Find'st du ein Merkmal? Was ist es für ein Zeichen, vonwelchem du sprichst?"
„Edler Senator, blos ein Strichelchen in dem einen Buch-staben, welches einem leichtgläubigen Mädchen nicht eben in dieAugen fallen würde."
„Und wem hast du dieß Siegel verkauft?"
Hosea stand an; denn er dachte an die Gefahr, seine Belohnungdurch eine voreilige Mittheilung der Wahrheit zu verlieren.
„Wenn es wichtig ist, das genau zu wissen, Signore!" sagteer, „will ich meine Bücher nachsehen. In einer Sache von Bedeu-tung soll der Senat nicht falsch berichtet werden."
„Du hast recht. Die Sache ist wichtig, und daß sie uns so er-scheint, beweist dir ja die Größe der Belohnung."
„Es fiel da ein Wort von hundert Zechinen, sehr edler Signore;aber mein Herz denkt an solche Nebensachen nicht, wenn es sich umVenedigs Wohl handelt."
„Hundert Stück habe ich dir versprochen."
„Ich habe einen Siegelring mit ungefähr dieser Zeichnung anein Frauenzimmer verkauft, die bei dem vornehmsten Herrn im Ge-