haben. Seht nur seinen angenehmen Schein im Lichte und bemer-ket die lieblichen Farben, wenn ich ihn drehe."
„Ja— 's ist gut. — Aber wem kann das Wappen gehören?"
„Es ist wundervoll zu betrachten, was für ein großer Werthin so kleinem Raume liegen kann. Ich habe vollwichtige, schwereZechinen bezahlen sehen, für Dingelchen, die nicht so kostbar warenwie dieser."
„Wirst du denn deine Bude und deine Handelsleute vom Rialtonun und nimmermehr vergessen? Ich sage dir, du sollst mir Den-jenigen nennen, dessen Familienwappen dieser Ring trägt."
„Edler Signore, ich gehorche. Der Busch gehört der FamilieMonsorte, aus welcher der letzte Senator vor etwa sünszehn Jahrengestorben ist."
„Und seine Juwelen?"
„Die sind mit andern beweglichen Gütern, davon der Staatkeine Notiz nimmt, an seinen Verwandten und Nachfolger — wennes anders dem Senate beliebt, daß dieß alte Geschlecht einen Nach-folger haben soll — an Don Camillo von Sant' Agata gekommen.Der reiche Neapolitaner, der jetzt hier in Venedig seine Ansprüchevorbringt, ist der Besitzer des Steins."
„Gib mir den Ring. Man muß die Sache erwägen — hastdu sonst noch Etwas zu sagen?"
„Nein, Signore — blos noch die Bitte, wenn der Juwel sollteverkauft werden, daß er zuerst möchte angeboten werden einem altenDiener der Republik, der viel Ursach' hat zu klagen, daß sein Alternicht so viel Segen bringt, wie seine jungen Jahre."
„Du sollst nicht vergessen werden. Ich höre, Hosea, daß meh-rere junge Edelleute die Läden deiner Juden besuchen und Geldborgen, das sie jetzt verschwenden, späterhin aber mit bitterer Reueund Selbstverläugnung, und mit Unannehmlichkeiten, die für dieErben edler Namen unziemlich sind, wiederbezahlen müssen. Nimmdich in Acht in diesem Punkte — denn wenn das Mißfallen des