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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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einiger geringen Bedeutung, die aus dem Treiben des Abends her-vorging."

Sind Stilette ans der Brücke geschäftig gewesen? Ha!oder freut sich das Volk weniger an seinen Tändeleien als sonst?"

Es ist Niemand verbrecherisch umgckommen, und die Plätzesind fröhlich wie die Weingärten von Engadi. Vater Abraham!was für ein Platz ist Venedig für seine Lustbarkeiten, und die HerzenAller, Alt und Jung, wie ausgelassen sind sie in ihrer Freude! Fastmöchte man das Taufbecken in der Synagoge aufstellen, wenn mansieht, wie gut cs die Bewohner dieser Inseln unter ihrer Regierunghaben. Ich hatte nicht gehofft, noch die Ehre zu haben, Euch heut'Nacht zu sehen, Signore, und ich verrichtete eben mein Gebet, be-vor ich mein Haupt niederlcgte, als ein Bote vom Rathe mir einenJuwel brachte, um das Wappen und die anderen Symbole des Be-sitzers zu entziffern. Es ist ein Ring mit den gewöhnlichen Kenn-zeichen, welche eine geheime Anvertrauung begleiten."

Hast du den Siegelring?" sagte der Senator, die Hand aus-streckcnd.

Hier ist er, und cs ist ein gutes Steinchen, ein theurer Türkois."

Wo kommt er her, warum hat man ihn dir geschickt?"

Er kommt, Signore, wie ich mehr aus Winken und Andeu-tungen des Boten, als aus seinen Worten entnehme, von einemOrte, der jenem gleicht, woraus der gottselige Daniel entkam."

Du meinst den Löwenrachen?"

So sagen unsere heiligen Schriften, Signore, in Ansehungdes Propheten, und so schien der Bote des Raths anzudeuten inAnsehung des Ringes."

Hier ist nichts als ein Federbusch und der Ritterhelm ge-hört das Einem in Venedig?"

Salomo's Weisheit leite das Urtheil seines Knechtes in einerso feinen Angelegenheit! Der Juwel ist von rarer Schönheit, wieihn nur Solche besitzen können, die auch sonst Gold in Ueberfluß