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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Man muß den Gang des Gesetzes hemmen, nm den jungenMann zu größerer Emsigkeit in dieser Sache.zu treiben. Wer dieGunst des heiligen Marcus nachsucht, muß sie durch Eifer für seinBestes verdienen."

Diese Betrachtung machte Signor Gradenigo, langsam nachseinem Gemache zurückgchend, sobald er im äußern Zimmer vonseinem Gaste förmlich Abschied genommen hatte. Er schloß dieThüre, und fing wieder an, die kleine Stube zu dnrchmesse», mitdem Schritte und Auge eines Mannes, der sorgliche Gegenständedenkt. Nach einem Weilchen tiefer Stille wurde eine Tapetenthürvorsichtig geöffnet und das Gesicht eines andern Besuchers erschien.

Nur herein!" sagte der Senator, ohne Uebcrraschung zu ver-rathcn,die Stunde ist schon vorbei, ich habe auf dich gewartet."

Das herabfließende Kleid, der graue, ehrwürdige Bart, dieedel geformte» Züge, das schnelle, gierige, lauernde Auge, und einAusdruck von Weltklugheit und rauh zurückgewiesener Gefühle mach-ten einen Juden vom Rialto kenntlich.

Nur herein, Hosea, entlaste dein Gewissen," fuhr der Senatorim Tone eines gewohnten Verkehres fort.Gibt es etwas Neues,was das öffentliche Wohl betrifft."

Gesegnet ist das Volk, für welches ein so väterliches Augewacht! Kann der Republik, edler Signore, Gutes oder Böses wi-derfahren, ohne daß der Senat sein Herz gerührt fühle, gleich wieder Vater um sein Kind sorgt. Glücklich ist das Land, wo Männervon ehrwürdigem Alter und grauen Haaren die Nacht zum Tagemachen und alle Müdigkeit vergessen, um dem Staate Gutes undEhre zu bereiten."

Du liebst die morgenländischcn Bilder aus dem Lande deinerVäter, guter Hosea, und vergissest, daß du jetzt nicht auf denStufen des Tempels wachst. Was hat der Tag Wichtiges gebracht?"

Sagt lieber die Nacht, Signore! Denn es ist heute nichtsErhebliches, daß Ihr cs anhört, vorgesallen, außer eine Sache von