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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
79
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mehr noch von unserer Schnelligkeit? Bedenk' doch, Jacopo, es sinverst acht Tage, daß die Sache vor den Senat gebracht wurde."

Keiner zweifelt an der Schnelligkeit, mit welcher die Repu-blik Beleidigungen ahndet."

Noch an der Gerechtigkeit, will ich hoffen, lieber Jacopo! Esist eine solche Schönheit und ein solches Ebenmaaß in den Bewe-gungen der Staatsmaschinc bei unserer Verfassung, daß der Beifallder Menschen uns zu Theil werden muß. Die Gerechtigkeit hilftden Bedürfnissen der Gesellschaft ab und zähmt die Leidenschaftenmit einer so stillen und würdigen Kraft, als kämen ihre Beschlüssevom Himmel herab. Ich vergleiche öfter den ruhigen Gang unseresStaates neben den stürmischcnBewegungen einiger seiner italienischenSchwestern mit der Stille unserer schweigenden Kanäle gegenüberdem Lärmen einer geräuschvollen Stadt. Also haben die Maskirtenheute von der Rechtlichkeit unseres letzten Dekrets gesprochen?"

Signore! Die Vcnetianer sind kühn, wenn Gelegenheit daist, ihre Herren zu loben!"

Meinst du, Jacopo? Mir scheinen sie immer geneigter, ihraufrührerisches Mißbehagen zu äußern. Aber cs ist den Menscheneigen, karg im Lob, und im Tadel ausschweifend zu sein. DasDekret des Tribunals muß im Gespräch bleiben, nicht blos die baareGerechtigkeit gelobt werden. Unsere Freunde sollten auf den Kaffee-häusern und dem Lido viel darüber sprechen. Sie brauchen nichtszu fürchten, wenn sie dabei ihre Zungen ein wenig gehen lassen.Eine gerechteRegierung sichtdieBemerkungcn derLeutenicht scheelan."

Freilich, Signore!"

Ich rechne aus dich und deine Kameraden, daß die Sachenicht zu schnell vergessen werde. Die Erwägung von solchen Hand-lungen, wie diese, muß in der öffentlichen Meinung die verborgeneSaat der Tugenden zeitigen. 28er immerfort Exempel der Recht-lichkeit vor Augen hat, muß diese Eigenschaft am Ende lieben ler-nen. Der Genuese, hoffe ich, wird zufrieden abreisen?"