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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
80
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Ohne Zweifel, Signore! ihm ward Alles, was einen Ge-kränkten zufrieden stellen kann, sein Eigenthum mit Wucher zurückund Rache an seinen Beleidigern."

Ja, so lautet das Dekret, vollständige Ersatzleistung undZuchtstrafe. Wenige Staaten würden so gegen ihren eigenen Vor-theil erkennen, Jacopo!"

Geht denndie Sache des Kaufmanns den Staat an, Signore?"

Als seines Bürgers, freilich! Wer seine eigenen Glieder ka-steiet, leidet doch. Wer kann sich von seinem eigenen Fleisch schei-den ohne Bctrübniß? Sag', Bursch?"

Es gibt Nerven, die empfindlich gegen Berührung sind, Sig-nore , und ein Auge oder ein Zahn ist kostbar; aber ein beschnitte-ner Nagel oder ein ausgefallenes Haar ist nicht von Belang."

Wer dich nicht kennt, Jacopo, sollte meinen, du stehest imInteresse des Kaisers. Es fällt kein Sperling vom Dache in Ve-nedig , ohne daß die väterlichen Gefühle des Senats den Verlustbeklagten. Genug. Geht unter den Juden noch immer das Geredevon einer Abnahme des Goldes? Zechincn sind freilich nicht so inUeberfluß da, als früher, und die Prellerei dieser Klasse sieht dasnicht ungern, in Hoffnung größeren Gewinnes."

Ich habe neuerlich Gesichter auf dem Rialto gesehen, die nachleeren Börsen schmecken. Die Christen scheinen ängstlich und inNoth, während die Ungläubigen ihre Kittel mit zufriedeneren Mie-nen als sonst tragen."

Man hat das erwartet. Macht das Gerücht irgend einen Judennamhaft, der jungen Adeligen Geld auf Wucherzinsen zu leihen pflegt."

Zu der Klasse können Alle gezählt werden, die etwas zu ver-leihen haben; die ganze Synagoge, Rabbinen und Alles ist dabei,wenn es sich um christliche Geldbeutel handelt."

Du liebst die Juden nicht, Jacopo, aber sie leisten doch derRepublik gute Dienste. Wir zählen Alle zu unseren Freunden, dieim Nothsall mit ihrem Geld zur Hand sind. Doch soll die junge