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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
77
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Ich Hab' ihn als einen Mann kennen gelernt, den seine Ka-meraden schätzen, der sein Gewerbe versteht, und sehr gewandt istin den Kunststücken der Lagunen."

Du meinst, er ist ein Schmuggler?"

Nicht doch. Er arbeitet zu viel von früh bis spät, als vonetwas Anderem zu leben, denn von seinem Gewerbe."

Du weißt, Jacopo, wie streng unsere Gesetze in Bezug aufdie Steuern find."

Ich weiß, daß die Gerechtigkeit San Marco's nirgends leiseauftritt, wo sein eigener Vortheil angetastet wird."

Du bist nicht aufgesordcrt, über diesen Punkt Betrachtungenzu machen. Jener Mann pflegt um das Wohlwollen seiner Kame-raden zu buhlen, und seine Stimme zu erheben in Dingen, darübernur seine Obern richtig urtheilen können."

Signore, er ist alt, und das Alter löst die Zunge."

Das ist nicht Antonio's Fall. Die Natur hat ihn nicht stief-mütterlich behandelt. Wäre seine Geburt und seine Erziehung seinenFähigkeiten angemessen, so würde er im Senat gern gehört wordensein. Jetzt aber fürchte ich, er schwatzt sich um seine eigene Ruhe."

Freilich, wenn er spricht, was San Marco's Ohr nicht gern hört."

Ein lebhafter, mißtrauischer Blick des Senators traf den Bravo,als sollte er den wahren Sinn seiner Worte ergründen. Da aberder Senator den gewohnten Ausdruck von Selbstbeherrschung inden Zügen fand, welche er durchforschte, nahm er wieder das Wort,sich stellend, als wäre ihm nichts ausgefallen.

Wenn er, wie du sagst, dergleichen spricht, was die Repu-blik gefährdet, so haben ihn seine Jahre nicht besonnen gemacht.Der Mann ist mir lieb, Jacopo! Man ist gewöhnlich eingenom-men für Die, welche dieselbe Brust genährt hat."

O ja, Signore."

Und da meine Schwachheit für ihn so groß ist, so wünschteich , daß man ihn zur Vorsicht ermahnte. Du kennst ohne Zweifel