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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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der Sache seines rücksichtslosen Milchbruders keineswegs srommte.Er ging sehr aufgeregt im Zimmer einigemal hin und wieder, be-zwang aber seinen Unwillen in so weit, daß er mit der Milde ant-worten konnte, die seinem Stande geziemte.

Antonio," sagte er,deine verwegene Gesinnung ist mir nichtfremd. Wenn du Seelmessen für die Tobten verlangtest, oderGeld für die Lebendigen, du solltest es haben; aber mich um Ver-wendung beim General der Galeeren bitten, das heißt um Etwasbitten, was in so kritischen Zeiten auch dem Sohne des Dogennicht könnte zugestanden werden, wäre der Doge selbst...."

Ein Fischer," fiel Antonio ein, da er bemerkte, daß der Se-nator stockte;lebt wohl. Signore! ich möchte nicht im Groll vonmeinem Milchbruder scheiden. Mögen die Heiligen Euch segnen,Euch und Euer ganzes Haus. Mögct Ihr nie den Schmerz er-leben, ein Kind schlimmer als durch den Tod zu verlieren durchUntergang in Sünde."

Nachdem Antonio geendigt hatte, verbeugte er sich, und gingdenselben Weg zurück, den er gekommen war. Der Senator be-merkte sein Weggehen nicht, denn er hatte sich abgewendet, in sei-nem Innern das Gewicht der Worte fühlend, die der Andere inseiner Einfalt gesprochen hatte. Erst nach einer Weile bemerkte er,daß er allein sei. Aber ein anderer Fußtritt fesselte alsbald seineAufmerksamkeit; die Thüre ging wieder auf, und ein Diener er-schien. Er meldete Jemanden, der eine Privat-Audienz nachsuchte.

Lass' ihn herein," sagte der Senator bereitwillig, und ordneteseine Züge zu ihrem gewöhnlichen, vorsichtigen und mißtrauischenAusdruck.

Der Diener entfernte sich, und ein maskirter Mann, in einenMantel gehüllt, trat schnell ein. Er warf die Hülle über denArm, und nahm die Maske ab. Da zeigten sich die Züge und dieGestalt des gefürchteten Jacopo.