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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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gerungen, mir nur allein vorznstellen, wie vielem Kummer, wievielen Mühen und Leiden sie entnommen sind, um zu einem seligenZustand überzugehen."

Signor Gradenigo's Lippe bebte, und er ging mit schnellerenSchritten auf und nieder.

Ich denke doch, Antonio," sagte er,ich denke doch, meinwackerer Antonio, daß ich für ihre Seelen habe Messe lesen lassen."

Das habt Ihr, Signore; der heilige Antonio gedenk' EuchEure Liebe in Eurer letzten Stunde. Ich sagte mit Unrecht, daßdie Knaben mich einzig durch ihren Tod betrübt haben. Denn esgibt einen Gram, den kein Reicher kennt, wenn man zu arm ist,um für sein gestorbenes Kind ein Gebet zu bezahlen."

Willst du mehr Messen haben? Deinen Kindern soll dieFürsprache der Heiligen nicht fehlen zu ihrer Seelen Seligkeit."

Ich danke Euch, Excellenz, aber ich verlasse mich aus das,was geschehen ist, und noch mehr auf Gottes Barmherzigkeit.Doch mein jetziges Geschäft betrifft Lebende."

Das Mitgefühl des Senators wurde Plötzlich erkältet, und erhorchte mit einer zweifelhaften und forschenden Miene.

Dein Geschäft?" wiederholte er einsylbig.

Ist, Euch zu bitten, Signore, daß Ihr mir die Loslassungmeines Enkels von den Galeeren auswirkt. Sie haben den Bur-schen, der erst vierzehn Jahre alt ist, ergriffen und ihn zum Kriegegegen die Ungläubigen verdammt, ohne an sein zartes Alter zudenken, ohne an das böse Beispiel zu denken, ohne an mein ver-lassenes Alter zu denken, ohne alles Recht, denn sein Vater ist inder letzten Schlacht gegen die Türken geblieben."

Als der Fischer seine Rede beschloß, blickte er in die Marmor-züge Dessen, zu dem er sprach, sehnsüchtig spähend, ob seine WorteEindruck gemacht hätten. Aber jene Züge blieben kalt, theilnahm-los, ohne menschliches Mitleid. Die empfindungslose Ausübungeiner scheinbaren Staatsklugheit hatte längst in dem Senator bei