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an meine eigene Sorge zu denken habe, bleibt mir doch noch Gefühlfür die Leiden Derer, die mir werth sind. Als Ew. Excellenz Tochter,die junge, schöne Dame, abgerufen ward und zu den Heiligen ver-sammelt, da fühlte ich den Schlag, als wäre mein eigenes Kind ge-storben. Und cs hat Gott gefallen, wie Ihr wohl wißt, Signore, michnicht unbekannt zu lassen mit dem Jammer eines solchen Verlustes."
„Du bist ein wackerer Bursch, Antonio," versetzte der Sena-tor , heimlich eine Thräne aus dem Auge wischend, „ein redlicherund hochherziger Mensch für deinen Stand."
„Die, von der wir Beide unsere erste Nahrung erhielten, Sig-nore, bat mich oft ermahnt, nächst meinen eigenen Verwandten, be-sonders das edle Geschäft zu lieben, zu dessen Erhaltung sie dasihrige gethan hat. Ich rechne mir ein natürliches Gefühl nicht zumVerdienst an, denn es ist eine Gabe vom Himmel; um so wenigeraber sollte der Staat solche Gefühle leichthin behandeln."
„Wieder der Staat! — Sage mir dein Geschäft!"
„Ew. Excellenz kennet meine traurige Lcbensgcschichtc. Ichbrauche Euch nicht zu erzählen, Signore, von den Söhnen, die esGott gefallen hat durch die Hilfe der Jungfrau und des heiligenAntonius mir zu schenken, noch wie mir sein Rathschluß einennach dem andern wieder genommen hat."
„Du Haft Kummer erlebt, armer Antonio; ich weiß, daß duviel gelitten hast."
„Ja wohl, Signore! Fünf kräftige, wackere Söhne zu ver-lieren ist ein Unglück, das einen Stein rühren muß. Aber ich habegelernt, Gott verehren und für Alles danken."
„Braver Fischer, der Doge selbst könnte dich beneiden um dieseErgebung. Es ist aber oft leichter, den Tod eines Kindes, als seinLeben zu ertragen, Antonio!"
„Signore, meine Söhne haben mich nie betrübt, als durchihren Tod. Und auch da," der alte Mann wendete sich seitwärts,um die Bewegung seines Gesichts zu verbergen, „auch da habe ich