abgenöthigt, daß Ihr Euch weigert, mir so viel zu geben, als ichbrauche. Kein Narr in ganz Venedig seufzt lauter unter dem Fensterseiner Gebieterin, als ich der Dame die Wünsche meines Herzensvorbringe — wenn Zeit und Gelegenheit ist, und ich bei Laune bin."
„Du kennst die Gefahr, den Senat aufmerksam zu machen?"
„Habt keine Furcht. Ich mache im Stillen und nur all-mählig Fortschritte. Weder meinem Gesicht noch meiner Seele istdie Maske so ungewohnt — Dank sei es der Noth I Mein Geistwar zu sprudelnd, als daß er mich nicht hätte mit der Verstellungvertraut machen sollen."
„Du sprichst, undankbarer Mensch, als ob ich dir die Freiheit,welche man der Jugend deines Standes und Alters vergönnt, ent-zogen hätte. Deine Ausschweifungen habe ich beschränken wollen,und nicht deinen Geist. Doch mag ich dich jetzt nicht mit Vor-würfen belästigen. Giacomo,, du hast in dem Fremden einen Ne-benbuhler. Seine Thai in der Giudccca hat ihm die Phantasiedes Mädchens gewonnen, und wie edle und feurige Gemütherpflege», hat sie, obgleich von seinen übrigen Verdiensten nichtswissend, sich doch seinen Charakter mit allen Tugenden, die ihroffener Sinn kennt, ausgeschmückt."
„Ich wollte, sie machte es mit mir so."
„Bei dir, Spitzbube, hätte meine Mündel eher zu vergessen,als zu erfinden. Hast du Bedacht genommen, den Rath ans dieGefahr aufmerksam zu machen, welche seiner Erbin droht?"
„Allerdings."
„Und wie?"
„Aufdie einfachsteund sicherste Weise — durch den Löwcnrachcn."
„Ha! das ist wahrhaftig ein keckes Unternehmen."
„Und gelingt wie alle kecken Unternehmungen am leichtesten.Fortuna hat dießmal nicht geknickert gegen mich. — Ich habe zumBeweise des Neapolitaners Siegelring beigelegt."
„Giacomo! weißt du auch, was du bei deiner Verwegenheit