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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Venedig mit seinem bunten Gedränge bieten konnte. Einer Diene-rin ward befohlen, das Zimmer zu hüten; die Gondeliere wurdengerufen; die Damen nahmen ihre Mäntel und Masken und warengeschwind im Boote.

Fünftes Kapitel. »

Will dein Herr,

Daß eine Kc-n'gin bei ihm bettele, sag' ihm,Der Majestät gezieme nicht zu btttenUm Mind'res, als ein Königreich.

Antonius und Cleopatra.

Der Flug der Gondel mit seiner Todtcnstille brachte die schöneVenctianerin und ihre Erzieherin bald zu dem Wasserthore des Ed-len, dem vom Senate die besondere Aufsicht über die Person dervornehmen Erbin anvertrant war. Seine Wohnung war düstererals gewöhnlich, und bekundete alle die feierliche, schwerfälligePracht, welche die Privatwohnungen der Patricicr in dieser Stadtdes Reichthumsund des Stolzes auszeichnete. Der Umfang und dieArchitektur des Gebäudes waren weniger großartig als an DonnaVioletta's Palaste, zeigten aber doch ein Privathaus ersten Ran-ges, und verriethen in alle» ihren äußeren Zierrathen die Wohnungeines Mannes von großer Bedeutung. Innen kam der geräuschloseSchritt und die mißtrauische Miene der Bedienten zu der finsterenGröße der Zimmer, um dieser Behausung den Charakter der gan-zen Republik im Kleinen zu geben.

Da die beiden Besucherinnen Signor Gradenigo's (so hieß derBesitzer des Palastes) unter seinem Dache nicht fremd waren, sostiegen sie die massiven Steinstufen hinan, ohne sich mit Betrachtungder cigcnthümlichen Bauart eines solchen Hauses, die des FremdenAuge gefesselt haben würde, aufzuhalten. Der Rang und das Ansehender Donna Violetta sicherten ihr einen bereitwilligen Empfang, und