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wieder einen Beweis entdeckt von jener tiefen nnd sanften Ge-müthsverwandtschaft, welche in dem schweigenden Verständniß ihresgeistlichen Vaters mit ihrer Erzieherin sich kund gab.
„Du wirst uns nicht vergessen, mein Vater?" sagte Violcttamit einnehmendem Ernst. „Eine Waise, mit deren Schicksal dieklugen Herren des Staates sich so ernstlich beschäftigen, bedarfeines zuverlässigen Freundes."
„Gesegnet sei dein Fürsprecher," sagte der Mönch, „und derFriede der Unschuldigen sei mit dir."
Er erhob seine Hand noch einmal. Dann drehte er sich umund verliest das Zimmer. Donna Florinde's Auge folgte den weißenGewändern des Karmeliters, so lange sic sichtbar waren, und alses wieder auf den Seidenstoff in ihrem Schoost fiel, schloß cs sichfür einen Augenblick, als schaute es innen hinein ans Regungendes Gewissens.
Die junge Herrin des Palastes rief indeß einen Bedienten, undbefahl ihm, ihrem Beichtvater bis zu seiner Gondel das Geleite zugeben. Dann begab sie sich zu dem offenen Balkon. Es folgteein langes Schweigen, sinnig, überschwenglich, jene italienische Ruheathmend, wie sie dieser Stadt und der Abendstunde angemessenwar. Plötzlich trat Violett« bestürzt einen Schritt vom offenenFenster zurück.
„Ist ein Boot unten?" fragte ihre Gefährtin, deren Augedie plötzliche Bewegung Violctta's natürlich auf sich gezogenhatte.
„Das Wasser war niemals ruhiger. Aber hörst du nicht dieseTöne von Hoboen?"
„Sind die so selten auf den Kanälen, daß sie dich vom Bal-kon treiben können?"
„Es sind Cavaliere unter den Fenstern am Mentoni-Palast,die ohne Zweifel unserer Freundin Olivia ein Ständchen bringen."
„Auch diese Galanterie ist ganz gewöhnlich. Du weißt, daß