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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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welcher sich so bereitwillig zeigte, dem Unglücklichen beizuspringen, dieGaben des Glücks so leicht mißbrauchen werde."

Der Karmeliter heftete einen unruhigen Blick auf die klarenZüge der jungen Venetianerin. Väterliche Besorgung und Ahnungsprachen aus seinem Auge, doch war der Ausdruck durch die Mildeeines beherrschten Gemüthes gemindert.

Dankbarkeit für deinen Lebensretter geziemt sowohl deinemStande als deinem Geschlechtc, und ist eine Schuldigkeit. Haltedieß Gefühl wcrth, denn cs ist der Verpflichtung der Menschengegen seinen Schöpfer gar sehr verwandt."

Ist es denn genug, Dankbarkeit blos zu fühlen?" fragteViolett«.Eine Person von meinem Namen und Einflüsse solltedoch mehr thnn. Wir können die Patricier, welche mir verwandtsind, zu Gunsten des Fremden bewegen, ein schnelleres Ende dieseslangwierigen Prozesses herbei zu führen."

Ei behüte, Tochter! der Eifer einer jungen Dame, an welcherdie Republik so vielen Antheil nimmt, könnte dem Don Camilloeher Feinde als Freunde erwecken."

Donna Violett« schwieg. Der Mönch und Donna Florindebetrachteten sic mit besorgter Theilnahme; der Erstere brachte dar-auf seine Kutte in Ordnung, und rüstete sich zum Aufbruch. Dieedle Jungfrau trat dem Karmeliter näher, und mit unverstelltem Zu-trauen und gewohnter Ehrerbietung ihn anschauend, bat sie um seinenSegen. Nach dieser feierlichen Handlung wandte sich der Mönchzu der Gefährtin seiner Fürsorge. Donna Florinde ließ das Sei-dcnzcng, an welchem sie nähcte, in ihren Schooß fallen, und saßdemüthig schweigend mit gebeugtem Haupt, während der Karmeliterseine Hände über sie hinstreckte. Seine Lippen bewegten sich, aberman hörte die Worte des Segens nicht. Wäre das feurige Mäd-chen , welches ihrer beiderseitigen Sorge anvertraut war, mindermit eigenen Gefühlen beschäftigt oder mit den Interessen der Welt,in welche sie erst eintreten sollte, bekannter gewesen, so hätte sie