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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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mit ganz besonder» Umständen verbunden ist. Es herrscht eine Po-litik in Venedig, die viel berechnet, und die Mancher darum viel-leicht für grausam hält." Die Stimme des Karmeliters >var ge-sunken, und einen Augenblick innchaltend, warf er einen unruhigenBlick unter seiner Kutte hervor. Dann fuhr er fort:Die Vor-sicht erheischt vom Senate, daß er solchen Interessen, welche gegeneinander ankämpse» und wohl gar die des Staates selbst gefährden,die Wage halte. Daher kommt cs, wie ich sagte, daß ohne Erlaubnißund Aufsicht der Republik Niemand, der zum Stande der Senatorengehört, Grundbesitzer im Auslande sein, und keine Person von Be-deutung sich mit Fremden, die einen gefährlichen Einfluß besitzen,vcrheirathcn darf. Der letztere Fall ist der dcinige; von den ver-schiedenen Großen des Auslandes, welche um deine Hand anhalten,kann der Senat keinen begünstigen, ohne zu fürchten, daß einFremder hier mitten in der Stadt eine ungebührliche Macht er-werbe. Don Camilla Monforte, der Kavalier, welchem du deinLeben verdankst, und dessen du neulich voll Erkenntlichkeit gedach-test , hat wahrhaftig mehr Ursache, sich über die Härte dieser Be-schlüsse zu beklagen, als du irgendwie haben kannst."

MeinKummer," fiel Violetta schnell ein,würdenoch größersein, wenn ein Mann, der für mich so viel Muth bewiesen hat,Grund hätte, zu empfinden, wie gerecht dieser Kummer ist. Washat den Herrn von Sant' Agata gerade mir zum Glücke nach Ve-nedig gebracht, wenn cs anders für ein erkenntliches Mädchen nichtunziemlich ist, so zu fragen?"

Dein Antheil hieran ist ganz natürlich und lobenswcrth," er-wiederte der Karmeliter mit einer Einfalt, die seiner Kutte mehrEhre machte als seiner Beobachtungsgabe. Er ist jung und zweifels-ohne durch seine Reichthümer und die Leidenschaftlichkeit der Jugendzu manchem Leichtsinn geneigt. Schließ' ihn in dein Gebet ein,meine Tochter. Dicß ist der Dank, welchen du ihm abftattenmagst. Das weltliche Interesse, welches er hier hat, ist aber allge-