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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
52
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Züge, wie das plötzliche Leuchten des Winterhimmels beim Unter-gänge der Sonne.

Ich darf glauben, daß Violctta dieß nicht erst jetzt erfährt,"sagte Donna Florinde mit merklich weicher und zitternder Stimme.

Es wird wenig geben, das einem so unerfahrenen Mädchen,als ich bin, gesagt werden kann, was sie mich nicht gelehrt hätte,"entgcgnete schnell ihr Zögling, und ergriff, ohne cs selbst zu merken,und ohne vom Gesicht des Karmeliters den Blick abzuwcndcn, dieHand ihrer treuen Führen».Aber warum verlangt der Senatüber ein Mädchen zu verfügen, das, wie bisher, auch ferner lebenmöchte, glücklich in ihrer Jugend, und zufrieden mit der Zurückge-zogenheit, die ihrem Gcschlcchte geziemt?"

Die Jahre sind unaufhaltsam; selbst ein unschuldiges Kind,wie du, muß einst das Unglück und die Versuchungen eines vor-gerückten Alters fühlen. Es gibt in diesem Leben gebieterische,oft tyrannische Pflichten. Du weißt, welche Politik tu einem Staateherrschen muß, welcher sich durch hohe Waffcnthaten, durch Neich-thümcr und weit verbreiteten Einfluß so berühmt gemacht hat wiedieser. Es gibt ein Gesetz in Venedig, welches Jedem, der inden Angelegenheiten der Stadt irgend eine Stelle cinzunehmen be-rechtigt ist, verbietet, sich mit Ausländern der Art zu verbinden,daß seine Ergebenheit für die Republik dabei in Gefahr käme. Sodarf kein Patricier des San Marco in einem andern Staate Güterbesitzen, keine Erbin eines so hohen und geehrten Namens, wie du,sich einem Ausländer von Bedeutung vermählen, cs sei denn mitdem Wunsch und der Bewilligung Derer, welche über das Gemein-wohl zu wachen eingesetzt sind."

Hätte die Vorsehung mir durch die Geburt einen geringerenStand angewiesen, so wäre alles Dieß anders. Mich dünkt, csstimmt nicht wohl zum weiblichen Glück, dem Rathe der Zehn be-sonders am Herzen zu liegen."

Du sprichst unbescheiden, und ich beklage es, sagen zu müssen,