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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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lier, sich Plötzlich eine Hinterthür suchend.Es ist hinlänglich, daßer mir befahl, den Brief abzugeben; außerdem auch nur ein wenigzu flüstern, wäre gar sehr anmaßend."

Das dunkle Auge des Banditen rollte über die Gestalt feinesGefährten hin, daß diesem das Blut aus den Adern entwich.

Ich sage dir, lies laut den Namen, der auf diesem Papiersteht," rief Jacopo mit strengem Ton.Hier ist Keiner uns zubehorchen, als der Löw' und der Heilige da über unfern Köpfen."

Gerechter San Marco! Wer kann sagen in Venedig, welchesOhr offen ist, und welches geschloffen! Wenn's Euch beliebt, Sig-nor Frontoni, wollen wir die Untersuchung aus eine passendere Ge-legenheit aufschieben."

Freund, ich lass' mich nicht zum Narren haben! Den Namen,oder zeig' mir irgend ein Pfand, daß du von dem kommst, welchendu sagst, sonst nimm dein Packet zurück, 's ist kein Geschäftfür mich."

Denkt einen Augenblick an die Folgen, Signore Jacopo, undbeschließt nicht so hastig."

Es kann keine Folgen haben, eine solche Botschaft abznweisen!"

?er Oio, Signore! Der Herzog wird Lust haben, mir keinOhrzipfelchen zu lassen, um Vater Battista's Rath anzuhören."

So wird der Herzog dem Henker eine Müh' sparen."

Mit diesen Worten warf der Bandit dem Gondelier das Packetvor die Füße, und fing an, langsam die Piazetta hinaufzugehen.Gino hob den Brief auf, und sein Hirn wirbelte von der Anstren-gung, einen von seines Herrn Bekannten auszudenken, an den einBrief bei solcher Gelegenheit gerichtet sein konnte.

Ich wundre mich, Signor Jacopo," sagte er,daß ein sokluger Mann, wie Ihr, nicht daran denkt, daß ein Packet, so anihn abgegeben wird, auch an ihn selbst adresstrt sein muß."

Der Bandit nahm das Papier und hielt die Schrift gegen dasMondlicht.