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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Stammes sind und schönere Aussichten haben als der Herzog vonSant' Agata."

Die Kälte in den Zügen des Banditen verschwand.

^Wenn du von Don Camillo Monforte kommst, warum zögerstdu, mir das zu sagen? Was verlangt er?"

Ich weiß nicht, ob das, was in diesem Papiere steht, vonihm selber ist, oder von irgend einem Andern, aber so, wie es daist, Signore Jacopo, ward mir befohlen, es Euch abzuliefcrn."

Er nahm schweigend das Packet; der Blick aber, welchen er aufdas Siegel und die Aufschrift warf, schien dem schüchternen Gon-delier der Blick eines Tigers zu sein, der Blut sieht.

Du sprachst etwas von einem Ringe. Hast du den Siegel-ring deines Herrn mitgebracht? Ich bin gewohnt, Wahrzeichen zusehen, ehe ich Zutrauen fasse."

Wollte Gott, ich hätt' ihn noch! und war' er so schwer wieein Schlauch Wein, ich trüg' ihn mit Vergnügen, aber Jemand,den ich fälschlich für Euch hielt, Meister Jacopo, hat ihn an sei-nem eigenen langen Finger, fürcht' ich."

Das magst du mit deinem Herrn ausmachen," erwiederte derBandit kalt und betrachtete das Siegel von Neuem. ' ,

Wenn Ihr die Handschrift meines Herrn kennt," fiel derGondelier hastig ein, der für das Schicksal seines Packets fürchtete,so werdet Ihr in diesen Zügen seine geschickte Hand erkennen.Wenig Leute in Venedig, oder gar in ganz Stcilien, schreiben einebessere Hand mit ihrem Gänsekiel als Don Camillo Monforte. Ichselbst kann's nicht halb so schön machen."

Ich bin kein Schreiber," sagte der Bandit, ohne sich diesesGeständnisses zu schämen.Ich hab's nicht gelernt, solche Schrei-berei zu entziffern. Wenn du die Kunst so gut verstehst, sag' mir,an wen die Aufschrift lautet."

Es wäre sehr unziemlich, auch nur ein Sylbchen auszuspre-chen von den Geheimnissen meines Herrn," erwiederte der Gonde-