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die geschnitzten Thierköpfe umher den Namen der Löwenrachen ge-geben haben. Er warf etwas in den gähnenden Marmorschlundhinab; die Entfernung und Dunkelheit der Galerie verhindertenGino zu bemerken, was cs war. Darauf aber sah er die Gestaltwie einen Schatten die massiven Stufen hinunter schweben.
Gino hatte sich nach dem Bogen des Wasserthores zurückgezo-gen und erwartete, daß der Fremde im Schatten desselben sich zuihm gesellen würde; er sah aber, zu seiner großen Bestürzung, dieGestalt durch das äußere Portal des Palastes dem St. Marcus-platz zucilen. Im Augenblick jagte er mit athemloser Eil' ihm nach.Er erreichte die glänzende, munterbelebte Piazza, die gegen dendüsteren Hofraum abstach wie Tag gegen Nacht. Hier sah er, wieganz vergeblich eine weitere Verfolgung des Fremden sein würde.Doch, gcänstigt durch den Verlust des Siegelringes, warf sich derunvorsichtige, aber ehrliche Gondclicr in die dichte Volksmenge undsuchte umsonst seinen Dieb aus tausend Masken hcrauszufinden.
„Heda, Signore!" murmelte er halbverstört einem Manne zu,der ihn mißtrauisch angesehen hatte, und Lust vcrricth, ihn zu ver-meiden, „wenn deine Finger sich nun hinlänglich an meines HerrnSiegelring ergötzt haben, so ist Gelegenheit da, ihn zurückzuliesern."
„Ich kenne dich nicht," erwiederte eine Stimme, die Gino'sOhren ganz fremd war.
„Es ist nicht wohlgethan einen, wie Ihr wißt, so mächtigenHerrn zu reizen," flüsterte er einem Andern zu, den er in Verdachthatte. „Den Siegelring, wenn dir's beliebt, und unser Handelbraucht nicht weiter zu gehen."
„Wer sich darauf einläßt, mit oder ohne solch' Pfand, würdegut thun, still zu schweigen."
Der Gondclier wendete sich einem Dritten zu: „Der Ring,"sagte er, „paßt zu deiner Verkleidung nicht, lieber Freund! Weß-halb willst du den Podesta um solche Kleinigkeit bemühen?"