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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
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wir uns verständigen werden, so will ich meiner Wege geh'n. Schönegute Nacht."

Oospstto!" Signore, Ihr seid zu eilig mit Euren Gedan-ken und Manieren sür mich, der ich an solche Unterhandlungennicht gewöhnt bin. Hier ist ein Siegelring, der uns vielleicht ver-ständigen kann."

Der Fremde nahm den Juwel und hielt ihn gegen das Mond-licht, wobei sich Ueberraschung und Vergnügen in seiner Bewe-gung verriethen.

Das ist der Falkenbusch des Neapolitaners dessen, derHerr von Sant' Agata ist."

Ja, und von manchen andern Lehen, guter Signore, nicht zugedenken der Ehrenstellen, aus welche er in Venedig Anspruch hat.Hab' ich recht, daß mein Austrag Euch angeht?"

Es ist wahr, daß mein gegenwärtiges Geschäft eben Nieman-den betrifft, als Don Camillo Montsorte. Aber dir war doch nichtblos aufgctragen, den Ring vorzuzeigen?"

O nein, hier ist ein Packet, welches nur darauf wartet, daßich über die Person dessen, mit dem ich rede, Gewißheit erlange,um es in seine Hände zu geben."

Der Fremde dachte einen Augenblick nach, dann umherblickendsprach er hastig:

Hier ist nicht der Ort,-Freund, sich zu demaskiren, und wennwir uns auch nur zum Spaß verkleidet hätten. Wart' hier, ich willgleich wieder kommen und dich an einen gelegeneren Platz führen."

Kaum waren diese Worte gesprochen, so sah sich Gino alleinmitten im Hofe. Der maskirte Fremde war schnell fortgegangen,und befand sich schon am Fuße der Riescntreppe, ehe der GondelierZeit hatte sich zu besinnen. Mit leichtem, schnellem Schritt undohne den Hellebardier zu beachten, stieg er hinauf und näherte sichder ersten von den drei bis vier Oeffnungen der Mauer, die berühmtsind als die Behälter zur Aufnahme geheimer Anklagen, und denen