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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
40
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der Mensch auch auf der Schwelle einer unabsehbaren und unge-ahnten Zukunft sorglos tändelt.

Da der Gondelier die Hoffnung, seinen Mann unter dem Bo-gen zu finden, getäuscht sah, ging er weiter; er schmeichelte sich,ihn gar nicht mehr zu treffen, und das ermuthigte ihn, durch einlautes Hm! seine Gegenwart bemcrklich zu machen. In diesem Au-genblick glitt von der Seite des Quais eine Gestalt in den Hof undging schnell bis in dessen Mitte. Gino's Herz pochte heftig, aberer nahm sich zusammen und trat dem Fremden entgegen. Da zeigtedas Mondlicht, welches auch in diesen düstern Raum drang, daß derFremde ebenfalls maskirt war.

San Teodoro und San Marco mögen Euch behüten," hobder Gondelier an.Wenn ich mich nicht irre, seid Ihr der Mann,den ich hier treffen soll."

Der Fremde stutzte, und schien Anfangs sich schnell davon ma-chen zu wollen, besann sich aber plötzlich und entgegncte:

Kann sein, oder auch nicht. Nimm die Maske ab, daß ichsehen kann, ob dem so ist, wie du sagst."

Mit Eurer gütigen Erlaubniß, würdiger und wcrther Herr,und wenn's Euch und meinem Herrn genehm ist, möchte ich's vor-ziehen, die Nbendluft abzuhalten durch dieß Stückchen Pappe undSeidenzeug."

Hier ist Keiner, dich zu verrathen, und wärest du nackt, wiedich Gott geschaffen hat. Wenn ich nicht weiß, wer du bist, wiesoll ich dir trau'n?"

In der That, Signore, ich weiß wohl, was ein unmaskirtesGesicht vermag, und d'rum bitt' ich Euch selbst, mir zu zeigen, wasdie Natur an Eure Gesichtsbildung gewendet hat, denn ich, derich Euch etwas anzuvcrtrauen habe, muß wissen, ob es au denrechten Mann kommt."

Das ist gut und zeugt von deiner Klugheit, doch Hab' ichnicht Lust, meine Maske abzulegen, und da wenig Slusficht ist, daß