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gehört. Darauf stahl er fich unter jenen berühmten Bogen, denTräger einer bedeckten Galerie, die das obere Stockwerk des Pa-lastes mit dem des Kerkers vereinigt. Es ist dieß der Gang, durchwelchen die Gefangenen geführt werden, um vor ihren Richtern zustehen, und man hat ihm deßhalb den pathetischen Namen der Seuf-zerbrücke gegeben.
Gino's Ruder ließ jetzt ein wenig nach, und die Gondel nähertesich einer Treppe, über welche, wie gewöhnlich, leichte Wellen hin-schlugen. Indem er auf die unterste Stufe trat, warf er ein klei-nes, eisernes Anker, welches an einem Tau hing, in eine Spaltezwischen zwei Steinen und überließ fein Boot der Sicherheit diesereigenthümiichen Befestigung. Darauf schritt er die Stufen unterdem gewölbten Wasserthor des Palastes hinauf, und trat in denweiten, düsteren Hof.
Dieser war beinahe ganz menschenleer, denn es war spät undAlles zog sich nach dem dicht dabei gelegenen munter belebten Platze.Nur eine Wasserträgerin stand am Brunnen, und wartend bis dasBassin voll wäre, um daraus ihre Eimer zu füllen, horchte siegleichgültig nach dem Gesumme der Volksmenge außen. In deroffenen Galerie am Eingang der Ricsentrcppe schritt ein Hellebar-dier aus und nieder, und hier und da scholl der Fußtritt andererSchildwachen unter den gewölbten, schweren Bogen der langen Kor-ridor. Aus den Fenstern blinkte kein Licht, sondern das Gebäudegab ein passendes Bild jener geheimnißvollen Macht, welche dasGeschick Venedigs und seiner Bürger leitete. Ehe sich Gino ausdem Schatten des Ganges wagte, durch welchen er eingctretcn war,bemerkte er am andern Ende des Hofes zwei bis drei neugierigeGesichter, welche einen Augenblick stehen blieben, um sich dem Kü-stern und gewaltigen Eindruck des furchtbaren Palastes hinzugeben,ehe sie in dem Gewühl verschwanden, welches so ganz in der Nähedes geheimen und unerbittlichen Gerichtshofes umhergaukelte, wie