seine Sorge für ihr persönliches Wohl zu gut, um in einer Sache,die ihre eigene Sicherheit anging, ihm zu mißtrauen.
„Wenn du Furcht hast, daß hier Polizeispione sind," sagtesie zu dem Padrone in einem Tone, der ihren Wunsch verrieth, „sokann Gino dich leicht enttäuschen. Bezeug' ihm doch, Gino, daßbei einem Geschäfte der Art kein Verdacht eines Verraths mich tref-fen kann."
„Laß mich dem Calabresen ein Wort in's Ohr sagen," erwie-derte der Gondelier mit Nachdruck. — „Stefano Milano, wenndu mich lieb hast," sprach er, als sie ein wenig bei Seite getretenwaren, „so verwickle das Mädchen hier in Unterredung, und handlemit ihr auf gut Glück."
„Soll ich ihr Don Camillo's Weinernte oder die des Vice-königs von Sicilien verkaufen, onro ? 's ist von beide» so viel Weinan Bord der bella Sorrentina, daß die Flotte der Republik darinschwimmen könnte."
„Wenn du wirklich trocken bist, so stelle dich wenigstens, alshättest du etwas, und mach' Schwierigkeiten mit dem Preise. Haltesie nur eine Minute mit Redensarten hin, daß ich inzwischen un-bemerkt in meine Gondel kommen kann, und dann, einem alten ge-prüften Freund zu Liebe, bringe sie sänftiglich aus den Quai mitder schönsten Manier, die nur möglich ist."
„Aha! ich fange an, den Sinn von der Sache zu begreifen,"sagte der gefällige Padrone, eineu Finger seitwärts an die Naselegend. „Ich will mit dem Frauenzimmer eine Stunde lang vonder Blume meines Weines, oder, wenn du willst, von ihrer Schön-heit schwatzen; aber aus den Rippen der Fcluckc einen Tropfen bes-seres als Lagunenwaffer pressen, wäre ein Wunder San Theodorswürdig."
„Du brauchst nicht eben von was anderem zu sprechen als vonder Güte des Weins. Das Mädchen ist nicht wie andere, und sienimmt's bald übel, wenn man von ihrem Aeußeren schwatzt. Wahr-