meinem Vater beim Senat Angelegenheit machen könnte. Duweißt, Gino, ich bin —"
„Diamins! da schlägt der Thnrm von San Marco, und ichzaudere über die befohlene Zeit. Wenn ich mich verspäte, so ist'sdeine Schuld."
„Es wäre nicht das erste Mal, daß ich deinen Nächlässtgkeitenzur Entschuldigung dienen müßte. Hier bist du und hier sollst dubleiben, bis ich den Auftrag erfahre, der eine Maske und eine Jackenöthig macht, und Alles um deine Sache von Bedeutung."
„Du sprichst wie ein eifersüchtiges Weib, und nicht wie einvernünftiges Mädchen, Annina! Ich habe Dir gesagt, daß ich einGeschäft von der äußersten Wichtigkeit habe, das nicht ohne sehr-üble Folgen aufgcschobcu werden kann."
„Bei wem? was für ein Geschäft? Warum willst du, denman sonst nicht eifrig genug treiben kann, dieß Haus zu verlassen,jetzt so hastig sortlaufcn?"
„Hab' ich dir nicht gesagt, Mädchen, daß es eine Sache vonBelang ist, die sechs adelige Familien angeht, und daß, wenn ichdie Sache nicht zeitig besorge, ein Streit daraus entstehen kann —eh, zwischen dem Florentiner und der Republik!"
„Du hast mir nichts der Art gesagt, und ich glaub' auch nichtdaran, daß du ein Gesandter von San Marco bist. Sag' doch nureinmal die Wahrheit, Gino Monaldi, oder leg' die Maske und dieJacke hin und nimm wieder deine Livree von St. Agata."
„Nun denn, weil wir Freunde find, und weil ich dir zutraue,daß du verschwiegen bist, Annina, du sollst die Wahrheit von Abis Z wissen, zumal ich höre, daß die Glocke nur die Viertel ge-schlagen hat, und mir also noch ein Augenblick Zeit übrig bleibt,dir's mitzutheilen."
„Du siehst nach der Wand, Gino, und suchst eben deinen Witzzusammen zu einer scheinbaren Lüge."
„Ich seh' nach der Wand, weil mir auf's Gewissen fällt, daß