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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
28
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Du hast recht, Amiina. Zu einem Handel mit deinem Vaterist cs nicht Zeit, und für einen Besuch bei dir ist es zu früh. Aberhier gilt's nicht schwatzen, sondern thnn. Um San Theodors undeines einfältigen und getreuen Burschen willen, der, wenn nichtdein Sklav, doch zum mindesten dein Hund ist, gib mir die Jacke,die ich trug, als wir mit einander zu der Lustbarkeit nach Fustnagingen."

Ich weiß nichts von deinem Handel, Gino, und von deinenGründen, die Livree deines Herrn mit dem Anzug eines gemeinenSchiffers zu vertauschen. Diese seidenen Blumen stehen dir vielbesser, als der verblichene Sammet, und wenn ich den einmal gelobthabe, so geschah es blos, weil es eben auf die Lustbarkeit abgesehenwar, und weil es filzig gewesen wäre, wenn man doch von derPartie ist, solch" einem Gefährten, der, wie du weißt, ein artigesLob gern hört, ein Wörtchen des Beifalls vorzuenthalten."

Allo, Mio! hier ist nichts von Lustbarkeit und Gefährten,sondern eine wichtige Sache, die gleich zu Ende gebracht werdenmuß. Die Jacke, wenn du mich lieb hast!"

Annina, welche über die theoretische Verhandlung das Wesent-liche nicht versäumt hatte, warf das Kleidungsstück ans einen Stuhl,den der Gondelier von dem Ort erreichen konnte, wo er diese An-forderung an ihre Gefühle that, und zeigte deutlich, daß ein Be-kcnntniß dieser Art auch im unbewachtesten Augenblick ihr nicht zuentlocken war.

Wenn ich dich lieb habe? o ja! Da hast du die Jacke,Gino, und du magst dir in den Taschen die Antwort ans denBrief juchen, den du von des Herzogs Schreiber hast anfertigcnlassen, was mir aber nicht lieb ist. Ein Mädchen muß vorsichtigsein in dergleichen Angelegenheiten; man weiß ja nicht, ob er nichteinen Nebenbuhler zum Vertrauten macht."

Jedes Wort darin so ehrlich, als hätt'S der Teufel selber fürmich besorgt, Mädchen!" brummte Gino, indem er seine geblümte