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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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bänkc gewesen, die nur bei der Ebbe sichtbar waren, und überallhat man Pfähle cinrammcn müssen, um die Last von Palästen, Kir-chen und öffentlichen Denkmälern zu tragen, die im Laufe der Zei-ten den armen Sandhaufen aufgebürdct wurden.

Das vielfache Treiben in den Kanälen, und vielleicht auch Rück-sicht auf Erleichterung des Geschäftsverkehrs, haben bewirkt, daßman bei weitem die meisten Häuser mit Zugängen von der Wasscr-seite versah, während die Hintergebäude mit den inner» Straßender Stadt in Verbindung stehen. Es ist der Fehler der meistenBeschreibungen von Venedig, daß sie von den Kanälen viel zu rühmenwissen, aber nichts melden von den stillen, engen, gepflasterten, be-quemen Straßen, welche alle Inseln durchschneidcn, und mit ein-ander durch zahllose Brücken zusammeuhängen. Man hört nie den-Aufschlag eines Pferdes oder das Rollen eines Rades in diesenschmalen Gängen, aber sie sind dem Verkehr des gewöhnlichen Le-bens förderlicher, als selbst die Kanäle.

In eine von diesen Straßen gelangte Giuo, als er aus demgeheimen Gange trat, der zu dem Palast seines Herrn führte. Ermachte sich durch die hin- und hcrziehende Menge Bahn, geschicktwie ein Aal, der sich durch die Wucherpflanzen der Lagunen schmiegt.Nickend nur beantwortete er die häufigen Grüße seiner Kameraden,und hemmte seinen schnellen Schritt erst, als er, in einem Stadt-viertel, welches Leute niederen Standes bewohnten, in die Thüreiner niedrigen dunkeln Wohnung trat. Zwischen Fässern, Tauwerkund Wegwurs aller Art nmhertappend, gelang es dem Gondeliereine innere versteckte Thür zu finden, welche in ein kleines Zimmerführte, das sein Tageslicht nur aus einer Art Spalt zwischen diesemund dem Nachbarhause erhielt.

Gebenedeite St. Anna! Bist du's, Gino Monaldi!" riefeine lebhafte venetianische Dirne, in deren Ton und Geberde Ko-ketterie und Erstaunen sich mischten.Zn Fuß und durch die ge-heime Thür. Ist eine Stunde zu Geschäften deiner Art?"