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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Hanptkanälen, welche nach den verschiedenen Schauspielhäusern undden übrigen Vergnügungsorten führten, die sein Herr zu besuchenPflegte, blieben dahinten, ohne daß Don Camillo eine neue Anwei-sung gab. Endlich befand sich das Boot einem Hause gegenüber,welches mehr als gewöhnliche Erwartung zu erregen schien. Giorgioführte sein Ruder nur mit einer Hand und sah über seine Schulternach Gino, und dieser ließ das seiuige gemächlich auf dem Wasserschleppen. Beide schienen weiteren Befehl zu erwarten, nach Artjener mechanischen Uebcreinstimmung mit der Gewohnheit des Gebie-ters, welche ein langgebrauchtes Pferd in der Nähe einer Thür, diesein Herr selten uubesucht läßt, zu zeigen pflegt.

Das Gebäude, welches die Gondelierc so zögern machte, wareine von denjenigen Wohnungen Venedigs, die durch äußere reicheVerzierung ebensosehr anffallen, als durch ihre seltsame Lage mittenim Wasser. Ein plumper, massiver Sockel von Marmor wurzelteso fest in der Flut, als wüchse er aus lebendigem Felsen, währendStockwerk auf Stockwerk merklich aufgesetzt war, in muthwilligerAnwendung der eigensinnigsten Regeln einer ausschweifenden Archi-tektur, bis zu einer Höhe hinauf sich thürmeud, wie man sonst nuran Palästen der Fürsten zu sehen gewohnt ist. Colonnadcn, Medail-lons und massive Karnieße schwebten über dem Kanal, als hättemenschliche Kunst einen Stolz darin gesetzt, in der schweren Fülledes oberen Baues das uustäte Element an seinem Fuße zu höhnen.Eine Reihe Stufen, an welche jede leichte, von der vorüberfahrendcnBarke erregte Wallung, eine Welle antrieb, führte zu einem geräu-migen Hausflur, welcher in verschiedener Beziehung die Dienste einesHofraums that. Zwei bis drei Gondeln, welche dicht dabei lagen,zeigten, unbemannt, daß sic für den Gebrauch der Hausbewohnerda waren. Die Gondeln wurden vor dem Anreiben der vorüber-sahrcnden Barken durch schräg in den Grund getriebene Pfähle ge-schützt. Dergleichen Prellpfählc, bunt gemalt und mit verziertenKöpfen, oft das Wappen und die Farben des Eigenthümers tragend,