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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Deine Edlen sollen nur recht ernstlich um die Braut freien,denn 's gibt Ketzer, die ihr die Cour machen. Ich bin da einemStreifer von absonderlichem Getakcl und wundersamer Behendigkeitbegegnet, als ich die Spitzen von Otrauto umfuhr. Der schien ^große Lust zu haben, der Felucke zu folgen in die Lagunen hinein."

Hast du bei dem Anblick wieder heiße Sohlen bekommen,mein Lieber?"

Es war kein Turban aus dem Deck, sondern jede Seemützcsaß auf einem behaarten Schopf mit geschorenem Kinn. Dein Bu-ceutaur ist nicht mehr die tüchtigste Barke, die zwischen Dalmatienund den Inseln segelt, wenn auch ihre Vergoldung am meistenglänzt, 's gibt Leute jenseits der Hcrkulessäulcn, die sind nichtzufrieden zu schaffen, was an ihren Küsten zu schaffen ist, sondernhaben Lust auch vielerlei zu schaffen, was es au der unseren zuschaffen gibt."

Die Republik ist ein bischen alt, esro, und das Alter bedarfder Ruh'. Die Fugen des Bucentauren sind geborsten von der Zeitund den vielen Fahrten zum Lido. Meinen Herrn habe ich sagenhören, daß der geflügelte Löwe nicht mehr so große Sätze macht,als ehedem, selbst in seinen jungen Tagen."

Don Camillo hat den Ruf dafür, daß er kühulich über dieGrundlagen dieser Psahlstadt abspricht, wenn er das alte Dach vonSt. Agata sicher über'm Kopse hat. Spräch' er ehrerbietiger vonder gehörnten Mütze und vom Rathe der Dreie, so möchten auchseine Ansprüche auf die Berechtigungen seiner Vorfahren in denAugen seiner Richter billiger erscheinen. Die Weite aber verschmilztdie Farben und verkleinert die Furcht. Meine eigene Ansicht überdie Eil' der Felucke und die Tüchtigkeit eines Türken ist auch andersim Hasen als in offener See; und ich Hab' dich gesehen, guterGino, wie du in Neapel den heiligen Theodor vergaßest und zumheiligen Januarius ganz wacker schriest, als ob du wirklich gedachthättest, der Berg könnt' dir's anhaben."