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er sich vom Fleck rührte. Eine seidene Jacke mit Blumen in glän-zenden Farben durchwirkt, der umgelegte Scharlachkragen und diemit einem Wappen vorn gestickte Sammtmütze verriethen einenGondclier in Privatdiensten*).
Uebcrdrüssig der Possen einer etwas entfernten Gauklerbande,deren lebendige Pyramiden er eine Welle angeschaut hatte, wandteer sich dem leichten Lüftchen zu, welches aus dem Wasser aufstieg,als Plötzlich die Freude des Wicdererkenueus durch seine Zügeleuchtete, und in einem Augenblick waren seine Arme verschlungenmit denen eines schwarzbraunen Seemannes, der die lose Kleidungund die phrygische Mütze seines Standes trug. Der Gondelier be-gann die Unterhaltung in der wohlklingenden Anssprache seinerGeburtsstadt.
„Du bist's, Stefano! Sagten sie doch, du wärst den verdamm-ten Barbaren in die Klauen gerathen, und pflanztest Blumen füreinen Ungläubigen mit deinen Händen und begößest sie mit deinenThränen."
In der härteren Mundart Calabriens und mit der derben Ver-traulichkeit eines Seemannes ward erwiedert:
„La bella Sorrentina ist keine Köchin eines Priesters! KeineDirne, die mit einem tunesischen Kaper, der sie umschwärmt, Siestahielte. Wärst du je über den Lido hinausgekommen, so wüßtestdu, daß es was Anderes ist, Jagdmachen auf die Felucke, und wasanders: sic fangen."
„Auf's Knie, und danke San Teodoro für die Rettung. Esward wohl viel gebetet auf deinem Verdeck, ouro Stefano, obgleichin dem ganzen Gebirg von Calabrien kein Mensch kühner ist, wenndeine Felucke nämlich erst sicher aus den Strand**) gezogen ist."
Auch die öffentlichen Gondolieri hatten früher ihre eigene Tracht, wie alledienstthuenden Klaffen in Europa. Jetzt tragen nur noch die Gondolieri in Privat-diensten eine Art von Livree.
") Dieß „Stranden" der kleineren Schiffe findet man längs der ganzen Küsten-ausdehnung deS MittclmeereS. die zwar fast durchgehendS felsig ist. aber doch sau-diges Vorland genug besitzt, um diesen dem Auge wohlthuenden Brauch zu gestatten.