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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
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migkeit der Gründer, überragte dieß merkwürdige Gebäu die übrigenMonnmente des Platzes, als ein Denkmal von der alten Herrlichkeitund Größe der Republik. Seine saracenische Architektur, die Reihenschmuckreichcr aber nutzloser Säulchen, die niedrigen asiatischen Kup-peln, seit einem Jahrtausende auf dem Gemäuer ruhend, der rohePrunk der Mosaikarbeit, und vor Allem die erbeuteten Pferde vonKorinth, die aus der düsteren Masse im Glanze griechischer Kunsthervortreten, Alles erhielt in der ernsten, cigenthümlichen Beleuch-tung einen so melancholischen, so geheimnißvollen Anstrich, wie erwohl zu den zahlreichen Erinnerungen paßt, welche dieser mächtigeUeberrcst der Vergangenheit in der Seele des Beschauers Hervorrust.

Neben diesem Bau that sich manch' andere eigcnthümliche Zierdes Platzes hervor. Der Fuß der Campanile lag tief im Schatten,während die Ostseite des grauen Gipfels wohl hundert Fuß ab-wärts vom vollen Mondlichte beglänzt war. Daneben dämmertenin dunkeln, gespenstigen Linien die Maste, welche erbeutete Fahnenvon Candia, Constantinopel und Morea zu tragen bestimmt waren.Aber am anderen Ende des kleinen Platzes, nahe der Seeküste,erhoben sich auf ihren Säulen von afrikanischem Granit hier dergeflügelte Löwe, dort der Schutzheilige der Stadt, gegen den azur-nen Hintergrund sich deutlich absetzend.

Am Fuße der erstem von diesen Stcinmaffen stand ein Mann,der in die belebte und ausfallende Scene vor seinen Augen, wie esschien, mit der achtlosen Gleichgültigkeit der Gewohnheit schaute.Die Menge, zum Theil maskirt, zum Theil nicht vermeidend, daßman sie kenne, war den Damm entlang in die Piazetta geströmt,um den Hauptplatz zu erreichen, während jener Mann, wie vorErmüdung, kaum einen Blick seitwärts warf, kaum ein Glied rührte.Er stand wie Jemand, der gewohnt ist, mit Geduld und Gehorsamdem Vergnügen Anderer zu dienen. Seine verschränkten Arme,sein auf einem Beine ruhender Körper und sein müssiger, gut-müthiger Blick schienen auf den Wink eines Herrn zu warten, ehe