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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 3 (1821) Der Eid
Entstehung
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341
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Der Cid. 34»'

Aber ihre treue HimmelsfreundiuHinderten nicht Riegel, Schloß und Mauern.Anastasia erschien der SchwesterTäglich, spielte da mit ihren Kleinen,

Brachte Jedem süße Himmelsspcise.

Theodora, wenn ihr Aug' in SchlummerSank, sie sah. nur sie, die Himmelsschwester,

Und erwachte; so erwacht am MorgenNeu gestärkt die jungfräuliche Rose.

Der wollüstige Tyrann, ermüdetVon der fabelhaften Wundernachricht,

Rüstet' ihr ein Schiff und gab Befehle,

Daß in Wellen ihren Tod sie fände.

Bald stand Anastasia am Steuer,

Als das Schiff ersank; es hob sich aufwärts,

Flog mit allen günst'gen HimmelswindenHin zum Ufer. Theodora knieteNieder mit den Knaben, die die MutterLiebend küßte:Kinder! meine Schwester!

Bald, o bald seh ich euch alle wieder.

Denn in Wellen nicht, o Theodora,

Meines Todes wirst du sterben." FreundlichGlänzend stand sie da, und schwebte sanft aufWie ein Stern, und war dem Aug' entschwunden.

Aber als in Flammen TheodoraGott pries; welch ein Wunder in der Flamme!

Zwey Jungfrauen, die wie Engel GottesSich umarmten. Fächelt nicht die EineDer Gebunduen kühlend ab die Flamme?