Der Cid.
Mit süßester Geberde sprach sie: „Sohn!Gib mir dein Herz."
„O drücke mir dich selbst,Dich selbst ins Herz, daß jeder BusenschlagEs heb' und mich erinnre, daß ich Dich,Nur Dich in Allem seh,"
Sie ließ ihr Bild
Berührend ihn, im Herzen ihm zurück.
So oft der Morgenstern erklang, erklang
Sein Hymnus: „Schaut! Der Schonen Schönste
kommt!
Die Mutter aller Gnaden geht hervor
Vom Ausgang! Deiner hat mein Herz begehrt,
Auch schlummernd, o du Liebliche."
Er sprachs,
Und küssete die Erde, redet' oftMit seinem Engel, der ihm sichtbar dannIn schöner himmlischer Gestalt erschien,
Und mit ihm freundlich von den FügungenDer cwgen Weisheit sprach, „Willst du dich
selbst
Erblicken, sagt' er einst, schau her!" — Er sah:Ein Jüngling lag im Arm der Liebenden,
Die er im Herzen trug. Wie selig-frohErkannt' er sie! Es tönten himmlischeGesänge um ihn her: „Der Weisheit LustIst an den Menschenkindern! Je und jeHab' ich gelicbet dich und zog zu mirAus Lieb? dich und will dich zu mir ziehn!"