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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 3 (1821) Der Eid
Entstehung
Seite
328
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Z28

Der Cid,

Die Geschwister.

Im einsamen Hain auf grüner WieseSpielten oft an Mutter-Gottes-BildeEine Schwester und ein Bruder. UnschuldSpielete mit ihnen , Lieb' und Anmuch.

Auch die Mutter saß am Heilgen BildsOft; und süß erzählte sie den Kindern,

Wie das Jesuskind im Arm der MutterGut einst war und gute Kinder liebte.

Liebet es uns auch?"Ja, wenn ihr gut seyd;Es hört alles, was ich zu euch sage."

Einst am Abend', als, im schönsten GlanzeUnsrer Sonne, die Geschwister beydeSich erfreuten, sprach der rasche Knabe:

Wenn einmal das Kind, das uns auch liebet,(Spricht die Mutter,) zu uns niederstiege."

Gerne gab ich ihm die schönsten Blumen,"

Sprach die Schwester.Gerne, sprach der Bruder,Gab' ich ihm die allerschönsten Früchte.

Heil'ge Mutter, laß das Kind hernieder."

Und die Mutter strafte sie mit WortenSanft belehrend. Aber ihr im HerzenBlieb das Wort; und bald darauf im TraumeSah sie sich die Mutter Gottes neigen,

Und das Kind mit ihren Kindern spielend.