Der Cid.
r.82
„Ich
Sah diese Nacht das Kissen meines HauptsIn voller Glut; (so sprach der kranke Greis,)Und wachte mit besondrer Freude auf.
Ihr Lieben mühet euch umsonst; ich sollMit meinem Tode Gott lobpreisen." —^
Da
Erscholl das Haus vom stürmenden Geschrei)Der Suchenden. Er nahm sie freundlich auf:„Bereitet, sprach er, diesen Müden nochEin Gastmahl — Ich bereite mich indeßZur Reise auch." Er ging und betete.
Und folgcte mit vielen Schmerzen ihnenZum Konsul. Als er auf den Richtplatz kam,Rief eine macht'ge Stimm' im Busen ihm -„Sey tapfer, Polikarp!"
Der Konsul sieht
Dm heitern , schonen, ruhigsanften GreisVerwundernd. „Schone, sprach er, deines AltersUnd opfre hier, entsagend deinem Gott!"
„Wie sollt' ich einem Herrn entsagen, demZeitlebens ich gedienct und der mirZeitlebens Gutes that?"
„Und fürchtest du
Denn keines Löwen Zahn?"
des zwcyten Jahrhunderts im höchsten Alter denMärtyrertod litt.