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Der Cid.
Kein Mann von einiger Gelehrsamkeit wird aberauch ablaugnen mögen, daß nicht in diesem Staubereine Goldkörner zu finden seyen, und daß die Vor-stellungsart dieser Legenden alle Aufmerksamkeit ver-diene. »Mit der Einrichtung des Ehristenthums undder Kultur Europa's hangt sie genau zusammen; jawäre sie gar nur eine Geschichte der Verirrungen desmenschlichen Herzens und Geistes, so wäre sie auchals solche höchst merkwürdig.
Gewiß aber ist sie dies nicht allein. In dmchristlichen und dunkeln Jahrhunderten treten Geistes-gestalten mit Zügen so edler Einfalt, so reiner Würdeund Schönheit auf, daß ihnen eben deswegen frem-der Schmuck entbehrlich ist, weil sie buhlend nichtreizen mögen. In der Einsamkeit, in bangen Zellten der Furcht und Noth, überhaupt aber in jedemengen menschlichen Kreise sprechen sie mit sanfterGewalt dem menschlichen Herzen zu, und gebietenEinkehr in sich selbst, Glauben, Liebe, Geduld, stren-gen Gehorsam.
Muß man diese Gestalten im Dunkel lassen?Darf man verblichene Tugenden und Grundsätzenicht vorführen, blos weil sie nicht die Vulgivagenunsrer Zeit sind? Eben das, dünkt mich, müsseman aus vorigen Zeiten herführen, woran es dergegenwärtigen entschieden und zu ihrem eigenen Nach-theil fehlet.
Natürlich aber müssen diese Gestalten erschei-nen, wie sie unsrer Zeit anschaubar find, wie sie