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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 1 (1821) Fragmente zur deutschen Literatur ; 1
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137
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Erste Sammlung. 187

che lag, als die Jamben unserm Gesänge natürlichwerden, und das ihrem Ohr und ihrer Kehle amgemäßsten war/weil ihre Melodie im Gesän-ge, und D e kl am at i 0 n des gemeinen Lebenseine höhere Tonleiter auf und nieder stieg, als unse-re. Aber wir reden mit wenigernAccenten mo-no t 0 n i s ch er, man mag cs fließend oder schlei-chend nennen; wir sind also an die Mensur einesHexameters nicht gewöhnt. Gebet einem guten ge-sunden Verstände ohne Schulweisheit, ' Jamben,Daktylen und Trochäen zu lesen; er wird sogleich,wenn sie gut sind, scandiren; gebet ihm einen ge-mischten Hexameter er wird nicht damit fort-kommen. Höret den Cadencen bei dem Gesän-ge der Kinder und der Narren zu; sie sind nie po-lymer ri sch; oder wenn ihr darüber lacht, so gehtunter das Landvolk, gebt auf die ältesten Kirchenlie-der Acht; ihre Falltöne sind kürzer, und ihr Rhyth-mus einför m i g. Dahingegen sangen die Grie-chischen Rhapsodisten ihre lange Gedichte in im-m erwähnende n Hexametern : ohne Zweifel,

we il d er H ex a m ete r i h r ein Ohr auch selbstfür Gasscnlieder nicht zu lang, und ihrer Sprachenicht zu polymetrisch war: und weil ihre Prosodieund Gesangwcise jede Sylbe und Ree ion gehörig be-stimmte. Aber jetzt! wollt ihr Griechische Hexame-ter lesen; lernet erst Prosodie, um die Sylben inihre rechte Neeionen bringen zu können. Ihr wolltDeutsche Hexameter machen; machet sie so gut ibrkönnet, und alsdann lasset dem ohngeachtet die Vers-eilt darüber drucken, wie man es Klopstock rierh,oder bittet, wie Kleist, dies Sylbenmaaß als P ro-se zu lesen. Könnet ihr Hexameter dcklamiren?